Pünktlichkeit 2025

Weitere Verschärfung der Verspätungssituation
Nachdem die Zugverspätungen im go.Rheinland-Gebiet von 2018 bis 2020 (unter anderem aufgrund von Corona-Effekten mit weniger Fahrgästen und einem zum Teil geringerem Leistungsangebot) um rund 26 % abgenommen hatten, lässt sich seit dem Jahr 2021 eine spürbare Verschärfung der Verspätungssituation feststellen. Diese erreichte im Jahr 2022 mit einer Durchschnittsverspätung von 3:04 Minuten einen ersten Höhepunkt. Nach einer Verbesserung im Jahr 2023 lässt sich für 2024 und 2025 eine erneute Zunahme feststellen. Mit einer Durchschnittsverspätung von 3:40 Minuten wurde im Jahr 2025 ein neuer Höchstwert erreicht.
Gegenüber der Durchschnittsverspätung von 3:18 Minuten im Jahr 2024 verschlechterte sich die Pünktlichkeit im Jahr 2025 um 11 %, gegenüber dem Jahr 2023 sogar um 32 %.
Haupttreiber dieser tendenziell negativen Entwicklung waren 2025 die überlasteten Schienenwege, wodurch immer wieder Trassenkonflikte, insbesondere auf den zentralen Streckenabschnitten, entstanden. Hinzu kommt, dass die Fahrgastnachfrage im Nahverkehr seit der Einführung des Deutschlandtickets stark angestiegen ist. Die insgesamt hohe Nachfrage führt, vor allem in den Hauptverkehrszeiten, zu längeren Fahrgastwechselzeiten an den Bahnhöfen und damit zu höheren Verspätungen. Eine nachfragegerechte Erhöhung des Angebots ist aufgrund der infrastrukturellen Gegebenheiten aktuell nur in wenigen Fällen möglich. Gleichzeitig wirken sich die immer komplexer werdenden Baustellen zur Verbesserung der maroden Infrastruktur negativ auf das Gesamtsystem aus. Es kommt immer häufiger zu Netzüberlastungen, Trassenkonflikten und Verspätungsübertragungen an den zentralen Bahnknoten in Köln, Bonn und Aachen sowie auf den überlasteten Streckenabschnitten.
Fortschreitende Verschlechterung der Pünktlichkeit in allen drei Produktgruppen

- RE-Linien: Die RE-Linien wiesen im Jahr 2025 eine Durchschnittsverspätung von 4:57 Minuten auf. Dies bedeutet eine Verschlechterung um 25 % im Vergleich zum Jahr 2023 sowie eine Verschlechterung um 4 % im Vergleich zu 2024.
- RB-Linien: Die RB-Linien wiesen im Jahr 2025 eine Durchschnittsverspätung von 3:31 Minuten auf. Dies bedeutet eine Verschlechterung um 42 % im Vergleich zum Jahr 2023 sowie eine Verschlechterung um 16 % im Vergleich zu 2024.
- S-Bahn: Die S-Bahn-Linien wiesen im Jahr 2025 eine Durchschnittsverspätung von 2:48 Minuten auf. Dies bedeutet eine Verschlechterung um 36 % im Vergleich zum Jahr 2023 sowie eine Verschlechterung um 14 % im Vergleich zu 2024.
Im Vergleich zu den Vorjahren zeigt sich also eine insgesamt verschärfte Verspätungssituation seit dem Jahr 2023. Zurückzuführen ist dies in erster Linie auf den sukzessiven Wegfall der (für die Verspätungssituation positiven) Corona-Effekte, auf viele überlastete zentrale Streckenabschnitte sowie auf ein steigendes Fahrgastaufkommen und auf die Zunahme komplexer Baustellensituationen.
Verspätungszunahme in fast allen Monaten

- Im ersten Halbjahr 2025 zeigten sich im Gegensatz zum weiteren Jahresverlauf vergleichsweise geringere Verspätungen.
- Ab Juli 2025 kam es zu einer deutlichen Zunahme von Zugverspätungen.
- Gegenüber der Durchschnittsverspätung von 3:18 Minuten im Jahr 2024 verschlechterte sich die Pünktlichkeit im Jahr 2025 mit 3:40 Minuten um 11 %, gegenüber dem Jahr 2023 sogar um 32 %.
Einige RE-Linien verschlechtert, besonders schwache Werte auf dem RE 7

- RE-Linien insgesamt: Bei den RE-Linien gab es im Jahr 2025 eine Durchschnittsverspätung von 4:57. Dies ist eine Verschlechterung im Vergleich zu 2023 um 25 % sowie eine Verschlechterung im Vergleich zu 2024 um 4 %.
- Herausragend schwache Werte beim RE 7: Auf der Linie RE 7 kann ein hoher Anteil an Verspätungen auf Streckenüberlastungen und Verspätungsübertragungen, zum Beispiel durch Bauarbeiten auf anderen Linien, zurückgeführt werden. Verschärft werden die Verspätungen auf der RE 7 zudem dadurch, dass an den Endbahnhöfen, insbesondere in Krefeld, grundsätzlich kein vollständiger Verspätungsabbau möglich ist. Das heißt, es erfolgt dadurch regelmäßig eine “Mitnahme” eines Teils der Verspätung auf die Folgefahrt. Zusätzliche Probleme im Jahr 2024 waren Verspätungen aufgrund eines Brückenschadens (November/Dezember) durch einen LKW-Unfall im Bereich Leverkusen-Manfort. Der RE 7 ist damit die Linie, die auf dem Gebiet von go.Rheinland im Jahr 2025 die höchsten Verspätungen aufzeigte.
- Deutliche Verschlechterung der Linie RE 4: Auch auf der RE 4 kam es 2025 zu vielen Verspätungen, die zu einem hohen Anteil auf Streckenüberlastungen und Verspätungsübertragungen durch Bauarbeiten auf anderen Linien, zurückzuführen sind.
- Konstant schwaches Niveau beim RE 5 und beim RE 1: Diese Linien waren 2025 im besonderen Maße von den überlasteten Schienenwegen zwischen Köln Hbf und Köln-Mülheim sowie zwischen Köln Hbf und Bonn betroffen.
- Verbesserungen auf der RE 9: Der Hauptteil der Verspätungen auf der RE 9 entstand im Jahr 2025 auf dem Streckenabschnitt zwischen Au (Sieg) und Köln, wo das Angebot aus RE- und S-Bahn-Verkehren auf der teils eingleisigen Strecke besonders anfällig für Verspätungsübertragungen ist.
- Auf den übrigen RE-Linien zeigten sich im Jahr 2025 vergleichsweise moderat verschlechterte Werte gegenüber 2023.
Leichte Verspätungszunahme auf fast allen RB-Linien, Pünktlichkeitseinbruch auf der RB 26

- Auf den RB-Linien wurde im Jahr 2025 eine Durchschnittsverspätung von 3:31 Minuten gemessen. Dies ist eine Verschlechterung um 42 % im Vergleich zum Jahr 2023 sowie eine Verschlechterung um 16 % im Vergleich zu 2024.
- Schwache Werte auf den Linien RB 26 und RB 48: Der überlastete Schienenweg “linker Rhein” sowie Konflikte mit dem Güter- und Fernverkehr, insbesondere bei Störungen/Baustellen auf dem rechten Rhein, führten 2025 zu insgesamt schwachen Werten auf den Linien RB 26 und RB 48.
- RB 34 strukturell grundsätzlich schwach: Da die Wendezeiten an beiden Enden der RB 34 kurz bemessen sind und Verspätungen somit kaum aufgeholt werden können, zeigt die RB 34 grundsätzlich höhere Verspätungsanfälligkeiten. Hinzu kommen mögliche Trassenkonflikte im Abschnitt Mönchengladbach Hbf – Rheydt mit verspäteten Zügen der Linien RE 4 und RB 33 oder dem Güterverkehr.
- Die Verspätungssituation auf den Hauptachsen um den Kölner Hauptbahnhof, aber auch um Bonn und Aachen, zeigte sich auch im Jahr 2025 weiterhin angespannt.
- Die besten Pünktlichkeitswerte gab es im Jahr 2025 es auf den Linien RB 20, RB 21 und RB 28.
Verschlechterung der Pünktlichkeit auf der S-Bahn Rheinland, S 23 bleibt Spitzenreiter

- Auf den S-Bahn-Linien wurde im Jahr 2025 eine Durchschnittsverspätung von 2:48 Minuten gemessen. Dies ist eine Verschlechterung um 36 % im Vergleich zum Jahr 2023 sowie eine Verschlechterung um 14 % im Vergleich zu 2024.
- Der seit 2016 messbare negative Trend (Ausnahmen: 2020 und 2023) setzte sich auch 2025 fort.
- Dennoch ist die S-Bahn weiterhin die Produktgruppe mit den geringsten Verspätungen.
- Externe Einflussfaktoren verschlechterten bei der S-Bahn Rheinland die Pünktlichkeitswerte im Vergleich zum Vorjahr. Häufige Signal- und Weichenstörungen, Stellwerksausfälle und Meldungen von Personen im Gleis sowie die allgemein angespannte Verspätungssituation auf den Hauptachsen rund um den Kölner Hauptbahnhof wirkten sich negativ auf die Pünktlichkeit der S-Bahn-Linien aus.
- Weitestgehend verschont von diesen Entwicklungen wurde die Linie S 23, die als einzige S-Bahn-Linie nicht den Bahnknoten Köln tangiert, sondern als vareo-Linie zwischen Bonn und Euskirchen verkehrt. Dadurch ist diese Linie weder von den Beeinträchtigungen des Bahnknoten Köln, noch von der Fahrzeugproblematik betroffen und mit 34 Sekunden durchschnittlicher Ankunftsverspätung die pünktlichste Linie im Gebiet von go.Rheinland.