Bahnknoten Aachen
Knoten Aachen zukunftsfähig machen

Knoten Aachen zukunftsfähig machen
Der Verkehr auf der Bahnstrecke Aachen – Köln hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Diese Entwicklung stellt die Eisenbahninfrastruktur im Bahnknoten Aachen vor erhebliche Herausforderungen. Denn es ist nicht nur davon auszugehen, dass der Umfang des Schienengüterverkehrs über die deutsch-belgische Grenze in Zukunft weiter wachsen wird. Prognostiziert wird auch ein weiterer Anstieg des nationalen und internationalen Schienenpersonenverkehrs rund um den Knoten Aachen.
Bereits im Jahr 2020 hat go.Rheinland (damals noch Nahverkehr Rheinland) gemeinsam mit vielen Akteuren in der Region das „Bündnis Knoten Aachen“ gegründet. Das gemeinsame Bemühen, das gesamte Angebot der öffentlichen Mobilität für die Menschen und Unternehmen der Region weiterzuentwickeln, hat seitdem noch an Fahrt gewonnen.
Der Verkehr auf der Bahnstrecke Aachen – Köln hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Diese Entwicklung stellt die Eisenbahninfrastruktur im Bahnknoten Aachen vor erhebliche Herausforderungen. Denn es ist nicht nur davon auszugehen, dass der Umfang des Schienengüterverkehrs über die deutsch-belgische Grenze in Zukunft weiter wachsen wird. Prognostiziert wird auch ein weiterer Anstieg des nationalen und internationalen Schienenpersonenverkehrs rund um den Knoten Aachen.
Bereits im Jahr 2020 hat go.Rheinland (damals noch Nahverkehr Rheinland) gemeinsam mit vielen Akteuren in der Region das „Bündnis Knoten Aachen“ gegründet. Das gemeinsame Bemühen, das gesamte Angebot der öffentlichen Mobilität für die Menschen und Unternehmen der Region weiterzuentwickeln, hat seitdem noch an Fahrt gewonnen.
Mit einem ganzen Bündel von Maßnahmen soll der Knoten Aachen fit für die Zukunft gemacht werden. Diese werden dem Fern- und Nahverkehr ebenso zugutekommen wie dem Güterverkehr. Die in einem Gutachten vorgeschlagenen Maßnahmen bestehen aus einer Kombination von punktuellen Verbesserungen der Infrastruktur und fahrplantechnischen Anpassungen.
Je nach Finanzierbarkeit lassen sich die Maßnahmen schrittweise und unabhängig voneinander umsetzen. Darüber hinaus beauftragt go.Rheinland zusammen mit den Kommunen weitere Machbarkeitsstudien, etwa für die Errichtung neuer Haltepunkte und für die Reaktivierung von Strecken. Durch den Kohleausstieg und den Strukturwandel im Rheinischen Revier steht die Region vor weiteren Herausforderungen. Ein Bündel an Maßnahmen, dessen Startpunkt die zusätzlichen Machbarkeitsstudien für das Rheinische Revier markieren, soll die Region zukunftsorientiert ausrichten.
Passend dazu wird seit Oktober 2025 bis Oktober 2026 die Studie „Bahnknoten Aachen – Personen- und Güterverkehr zukunftsfähig gestalten“umgesetzt. Die Studie stellt sich den Fragen, wie der Güterverkehr über Montzen (Belgien) besser in den Bahnknoten Aachen integriert werden kann, ohne den Personenverkehr auszubremsen. Außerdem werden Lösungen untersucht, um Engpässe im Bahnknoten Aachen nachhaltig zu reduzieren und den Fern-, Güter- und Nahverkehr zu entflechten – für eine reibungslose Schienenlogistik und gestärkte regionale Anbindung.
Legende
Umsetzung der Maßnahmen
Elektrifizierung euregiobahn
Ausgangslage
Das rund 47 Kilometer lange Streckennetz der Euregioverkehrsgesellschaft GmbH (EVS) mit 19 Haltepunkten ist zwar an das überregionale Netz der Deutschen Bahn angebunden und übernimmt in der Region Aachen wichtige Verbindungsfunktionen zwischen den Kommunen. Dennoch besteht ein zentraler struktureller Nachteil: Das EVS-Netz ist bislang nicht elektrifiziert.
Da die euregiobahn sowohl auf dem EVS- als auch auf dem DB-Netz verkehrt, können derzeit keine durchgängigen Elektrofahrzeuge eingesetzt werden. Stattdessen ist der Betrieb auf Dieselfahrzeuge angewiesen – mit entsprechenden Nachteilen für Umwelt, Betriebskosten und Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig entstehen systembedingte Einschränkungen im Fahrzeugeinsatz und in der Weiterentwicklung des Angebots. Damit bleibt das Netz technisch hinter den Anforderungen eines modernen, leistungsfähigen und klimafreundlichen Schienenverkehrs zurück. Die fehlende Elektrifizierung verhindert bislang die vollständige Integration in das elektrifizierte DB-Netz und steht einer Weiterentwicklung hin zu einem S-Bahn-ähnlichen System für die Region Aachen im Weg.
Was ist geplant?
In zwei Phasen soll das Netz der Euregioverkehrsgesellschaft GmbH (EVS) elektrifiziert und zukunftsfähig ausgebaut werden. Zunächst erfolgt die Elektrifizierung des bestehenden Grundnetzes, auf dem die euregiobahn bereits heute verkehrt.
Dieses Grundnetz umfasst die Strecken:
- Herzogenrath – Stolberg Hbf (Ringbahn)
- Stolberg Hbf – Langerwehe (Eschweiler Talbahn)
- Stolberg Hbf – Stolberg Altstadt
In einem zweiten Schritt folgt das Erweiterungsnetz. Dazu zählen die derzeit in Reaktivierung befindlichen Streckenabschnitte:
- Stolberg Altstadt – Bundesgrenze Deutschland/Belgien
- Alsdorf-Mariagrube – Aldenhoven-Siersdorf
Die Elektrifizierung des Grundnetzes ist bis Anfang der 2030er Jahre vorgesehen, anschließend folgt das Erweiterungsnetz. Beide Ausbauschritte werden über Fördermittel nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) finanziert.
Mit der schrittweisen Umsetzung entsteht ein durchgängig elektrifiziertes und kompatibles Netz. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, den Dieselbetrieb zu ersetzen und künftig leistungsfähige, emissionsärmere Elektrotriebzüge einzusetzen. Gleichzeitig wird die Grundlage für ein regionales, S-Bahn-ähnliches System gelegt.
Neuer Haltepunkt Aachen-Richterich
Ausgangslage
Der Stadtteil Aachen-Richterich ist bislang nicht an den SPNV angebunden. Trotz wachsender Bevölkerung besteht damit eine deutliche Lücke in der Erreichbarkeit des SPNV.
Gleichzeitig verfolgt das Land Nordrhein-Westfalen das Ziel, zusätzliche Stationen zu schaffen und die Flächenerschließung der Schiene zu verbessern. Vor diesem Hintergrund wird der Neubau von Haltepunkten im Rahmen der „Kapazitätsoffensive Bahnhöfe“ vorangetrieben.
Was ist geplant?
Auf der Strecke Aachen – Mönchengladbach wird zwischen Aachen West und Kohlscheid ein neuer Haltepunkt in Aachen-Richterich eingerichtet. Künftig sollen dort die Linien RB 20 (euregiobahn) und RB 33 halten.
Vorgesehen ist der Neubau von zwei Außenbahnsteigen mit barrierefreien Zugängen. Planung und Bau erfolgen durch die DB InfraGO Personenbahnhöfe.
Das Vorhaben ist Teil der „Kapazitätsoffensive Bahnhöfe“ des Landes Nordrhein-Westfalen und wird über Mittel des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) gefördert. Insgesamt werden im Rahmen des Programms 12 neue Stationen in NRW realisiert.
Der Haltepunkt Aachen-Richterich befindet sich derzeit in der Entwurfs- und Genehmigungsplanung, nachdem die Vorplanung im März 2024 abgeschlossen wurde.
Bahnsteigmodernisierungen entlang der RB 34
Ausgangslage
Auf der Linie RB 34 sind nicht alle Bahnsteige barrierefrei ausgebaut. Ein stufenloser Einstieg ist damit bislang nicht durchgehend möglich.
Darüber hinaus sind die vorhandenen Bahnsteiglängen nicht durchgehend für den Einsatz längerer Züge geeignet. Für den Betrieb mit längeren Fahrzeugen, wie im Bahnsteignutzlängen- und Höhenkonzept NRW aus dem Jahr 2016 vorgesehen, sind daher Anpassungen erforderlich.
Vor dem Hintergrund hoher Trassenauslastung und Fachkräftemangel ist eine Taktverdichtung kaum realisierbar. Kapazitätssteigerungen können schließlich nur über längere Fahrzeuge erfolgen, was die Anpassung der Bahnsteige notwendig macht.
Was ist geplant?
Der Bahnsteig in Arsbeck wird barrierefrei ausgebaut und auf eine Nutzlänge von 120 Metern verlängert. Damit werden die Voraussetzungen für einen stufenlosen Einstieg geschaffen und gleichzeitig der Einsatz längerer Züge ermöglicht. Ergänzend wird die Station umfassend modernisiert: Wetterschutz, Ausstattung, Wegeleitung und Beleuchtung werden erneuert, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern.
Das Projekt befindet sich derzeit in Planung und ist Teil eines Gesamtvorhabens, das auch die Stationen Wegberg und Dalheim umfasst. Die Maßnahmen in Dalheim und Wegberg sind bereits abgeschlossen.
Die Finanzierung erfolgt durch Fördermittel des Bundes und des Landes im Rahmen der Förderinitiative zur Attraktivitätssteigerung und Barrierefreiheit von Bahnhöfen (FABB-Programm).
3. Gleis Aachen-Rothe Erde
Ausgangslage
Das vorhandene Überholgleis im Aachener Stadtteil Rothe Erde hat derzeit eine Länge von rund einem Kilometer und ist damit nur eingeschränkt leistungsfähig.
Gleichzeitig steigt der Kapazitätsbedarf im Güterverkehr deutlich an. Hintergrund ist insbesondere der Ausbau der ZARA-Häfen (Zeebrügge, Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen). Effizientere Abläufe und höhere Umschlagmengen führen zu zusätzlichen Verkehren in das Hinterland.
Diese zusätzlichen Verkehre treffen im Raum Aachen auf eine bereits ausgelastete Infrastruktur. Insbesondere im Bereich Rothe Erde fehlen die notwendigen Kapazitäten, um den steigenden Güterverkehr zuverlässig abzuwickeln.
Was ist geplant?
Geplant ist die Fertigstellung der Dreigleisigkeit zwischen Rothe Erde und Eilendorf, um zusätzliche Kapazitäten für den Schienenverkehr zu schaffen.
Ergänzend wird im Bahnhof Rothe Erde eine dritte Bahnsteigkante errichtet. Diese Maßnahme wird über das Klimaschutzprogramm (KSP) finanziert.
Beide Maßnahmen sollen im Rahmen der Generalsanierung voraussichtlich bis Ende der 2020er Jahre umgesetzt werden.
Modernisierung Bf. Aachen West
Ausgangslage
Der Haltepunkt Aachen West liegt inmitten des Campus der RWTH Aachen University und wird somit zum größten Teil von Studierenden und Mitarbeitenden der Universität genutzt.
Der Mittelbahnsteig befindet sich in einem nicht mehr vertretbaren Zustand und verfügt darüber hinaus über kein taktiles Leitsystem. Der einzige Zugang erfolgt über eine Treppe in die tunnelähnliche Eisenbahnunterführung am Seffenter Weg. Dementsprechend gibt es keinen barrierefreien Zugang und die Situation in der Unterführung bietet eine unzureichende soziale Sicherheit.
Was ist geplant?
Der Mittelbahnsteig wird modernisiert (Modernisierungsoffensive 3 - DB InfraGo AG) und es wird ein neuer Zugang mit einem Aufzug inkl. Videoüberwachung und einer Personenunterführung zum Seffenter Weg außerhalb der Unterführung gebaut. Des Weiteren erhält der modernisierte Mittelbahnsteig ein taktiles Leitsystem, eine neue Überdachung, Wetterschutzhäuser, angepasste Beleuchtung und Möblierung.
Ergänzend plant die Stadt Aachen die Verlängerung der Personenunterführung unter dem Gleisfeld des Westbahnhofes bis zum Republikplatz. Dadurch wird die Erreichbarkeit des Bahnsteigs aus dem Universitätscampus erheblich verbessert.
Die Entwurfsplanung wird derzeit vorbereitet. Darüber hinaus wird im Rahmen des Strukturwandelprojektes "Ausbau Aachen – Köln" geprüft, ob der Bahnhof Aachen West zusätzlich ausgebaut werden muss.
Verlegung Systemwechselstelle Aachen Hbf
Ausgangslage
Die Systemwechselstelle im Aachener Hauptbahnhof befindet sich derzeit auf den Gleisen 6 bis 9. Dort erfolgt bislang der Übergang zwischen dem deutschen Wechselstrom- und dem belgischen Gleichstromsystem manuell.
Dies führt dazu, dass internationale Züge an diesen Bereich gebunden sind und während des Systemwechsels Gleiskapazitäten blockieren. Zudem verursachen die notwendigen Systemwechsel verlängerte Haltezeiten im Fernverkehr.
Die bestehende Anlage genießt zwar Bestandsschutz, entspricht jedoch nicht mehr den aktuellen technischen Anforderungen.
Was ist geplant?
Geplant ist die Verlegung der Systemwechselstelle vom Aachener Hauptbahnhof auf die freie Strecke in Richtung der deutsch-belgischen Grenze.
Die Umsetzung erfolgt parallel zur Generalsanierung der Strecke Aachen – Köln Ende der 2020er Jahre. Die neue Anlage entsteht auf Höhe der Siedlung Preuswald hinter dem Aachener Buschtunnel.
go.Rheinland steht dazu in engem Austausch mit den Infrastrukturbetreibern Infrabel (Belgien) und DB InfraGO (Deutschland). Eine entsprechende Grenzbetriebsvereinbarung wurde bereits geschlossen. Die weiteren Planungen sowie Bau- und Abnahmen befinden sich in der finalen Phase.
3. Gleis Burtscheider Viadukt
Ausgangslage
Das Burtscheider Viadukt verfügt derzeit über zwei Gleise. Ein Ausbau auf insgesamt drei Gleise wurde im Gutachten „Ertüchtigung des Bahnknoten Aachen“ als zentrale Maßnahme vorgeschlagen. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass die Erweiterung für die Leistungsfähigkeit des Knoten Aachen unumgänglich ist und einen erheblichen verkehrlichen Nutzen bringt.
Insbesondere bei Verspätungen zeigt der Ausbau seine Wirkung, da Züge künftig flexibler geführt werden können. Dadurch verbessert sich die Stabilität des Bahnverkehrs deutlich.
Darüber hinaus ist der Ausbau vor dem Hintergrund der Kapazitätserweiterungen in den ZARA-Häfen erforderlich, da in der Region Aachen künftig mit einem steigenden Güterverkehr zu rechnen ist. Um diese zusätzlichen Verkehre zuverlässig abwickeln zu können, ist eine Erweiterung der vorhandenen Infrastruktur notwendig.
Was ist geplant?
Das Burtscheider Viadukt soll um ein drittes Gleis erweitert werden. Dafür wird zusätzlicher Platz benötigt. Aus diesem Grund wird das rund 251 Meter lange Bauwerk um etwa zehn Meter verbreitert. Grundlage dafür ist eine entsprechende Machbarkeitsstudie.
Die Maßnahme ist Teil des Ausbaus der Strecke Aachen – Köln und wird über das Investitionspaket für die Kohleregion finanziert.
Streckenausbau Aachen – Köln
Ausgangslage
Der Abschnitt zwischen Köln und Aachen ist rund 71 km lang, abschnittsweise für bis zu 250 km/h ausgelegt und Teil des transeuropäischen TEN-Kernnetzes. Er ist damit eine zentrale Achse für den Personen- und Güterverkehr in der Region und darüber hinaus.
Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben – insbesondere im Güterverkehr – ist es erforderlich, die Infrastruktur an die steigenden Anforderungen anzupassen. Der Ausbau zielt darauf ab, die Hinterlandverkehre zu stärken und zusätzliche Kapazitäten für alle Verkehrsarten zu schaffen.
Derzeit bestehen jedoch Engpässe, insbesondere in den Knoten Aachen und Köln sowie durch abschnittsweise zweigleisige Streckenführungen.
Was ist geplant?
Das Projekt „Dreigleisiger Ausbau Aachen – Düren“ umfasst einen 32 km langen Abschnitt und befindet sich derzeit in der Grundlagenermittlung und Vorplanung. Ziel ist ein kapazitätsgerechter Ausbau.
Nach Abstimmungen zwischen dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz- und Verkehr des Landes NRW, der DB InfraGO und go.Rheinland beinhaltet das derzeit geplante Maßnahmenpaket:
- Errichtung eines zusätzlichen, 740 m langen Überholgleises im Bahnhof Stolberg
- dreigleisige Ausbau der Strecke zwischen Langerwehe und Düren, inkl. Errichtung neuer Haltepunkte in Langerwehe D’Horn und Düren-Derichsweiler
- dreigleisige Ausbau des Burtscheider Viadukts
- Errichtung einer Verbindungskurve in Stolberg
- Umbau des Güterbahnhofs Aachen West, inklusive eines neuen Bahnsteigs
Korridorsanierung Aachen – Köln
Ausgangslage
Die Schieneninfrastruktur zwischen Köln und Aachen ist in weiten Teilen veraltet und stark ausgelastet. Dies führt zu einer erhöhten Störanfälligkeit und wirkt sich negativ auf die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs aus.
Zudem verursachen zahlreiche, kleinteilige Baumaßnahmen immer wieder Einschränkungen im Betrieb, ohne die grundlegenden Ursachen dauerhaft zu beheben.
Was ist geplant?
Im Schulterschluss mit dem Bund entwickelt die DB InfraGO seit 2024 ein neues Hochleistungsnetz als Rückgrat für den Personen- und Güterverkehr in Deutschland. Ziel ist es, zentrale und stark belastete Strecken nachhaltig zu modernisieren und ihre Leistungsfähigkeit deutlich zu erhöhen.
Kern des Ansatzes ist die sogenannte Korridorsanierung: Statt vieler einzelner Baustellen werden ganze Streckenabschnitte gebündelt und in einem festgelegten Zeitraum umfassend erneuert.
Für den Korridor Aachen – Köln ist der Start der Generalsanierung im Jahr 2029 vorgesehen.
Die Korridorsanierung umfasst dabei insbesondere:
- die Ausrüstung für den digitalen Bahnbetrieb der Zukunft (ETCS) durch die Modernisierung von Stellwerken
- die Schaffung zusätzlicher Überholmöglichkeiten zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit
- die Erneuerung von Gleisen und Weichen
- die Modernisierung und Aufwertung mehrerer Bahnhöfe
Durch dieses gebündelte Vorgehen wird die Infrastruktur grundlegend erneuert und gleichzeitig die Basis für einen stabileren und leistungsfähigeren Bahnbetrieb geschaffen. Während der Sperrung wird die Mobilität der Fahrgäste durch einen leistungsfähigen und qualitativ hochwertigen Schienenersatzverkehr sichergestellt.
Überwerfungsbauwerk Herzogenrath
Ausgangslage
Am Bahnhof Herzogenrath kommt es regelmäßig zu Engpässen im Bahnverkehr. Ursache ist die RB 20 (euregiobahn), die bei der Einfahrt aus Richtung Alsdorf die Strecke Aachen – Mönchengladbach kreuzt.
Dadurch wird die Strecke insbesondere in der Hauptverkehrszeit etwa alle 30 Minuten für mehrere Minuten blockiert. Betroffen sind vor allem die Linien RE 4 und RB 33, die sich die Trasse mit dem Güterverkehr teilen und daher ohnehin verspätungsanfällig sind. Mit weiter wachsendem Güterverkehr wird sich die Situation zusätzlich verschärfen.
Insgesamt führt dies zu einer hohen Auslastung und Störanfälligkeit der Strecke. Um die Betriebsstabilität zu verbessern und zusätzliche Verkehre aufnehmen zu können, ist eine Entflechtung der Verkehre erforderlich.
Was ist geplant?
Im Bahnhof Herzogenrath ist der Bau einer Eisenbahnüberführung geplant. Dabei wird die euregiobahn (RB 20) künftig über die Strecke Aachen – Mönchengladbach geführt.
So müssen sich die Züge nicht mehr gegenseitig kreuzen und behindern. Der heutige Engpass wird dadurch reduziert und der Bahnverkehr insgesamt stabiler. Da Wartezeiten und gegenseitige Rücksichtnahmen entfallen, kann die vorhandene Infrastruktur effizienter genutzt werden und es stehen zusätzliche Kapazitäten für den Personen- und Güterverkehr zur Verfügung.
Die Maßnahme wurde im Gutachten zum Bahnknoten Aachen untersucht. Konkrete Planungsschritte sind bisher noch nicht bekannt.
Neubau Kreuzungsbauwerk Stolberg
Ausgangslage
Die Regionalbahn RB 20 (euregiobahn) kreuzt im Bereich Stolberg derzeit höhengleich die hochbelastete Hauptstrecke Aachen – Köln. Dadurch behindern sich die Verkehre gegenseitig, was die Leistungsfähigkeit des Korridors deutlich einschränkt und zu Verspätungen führt.
Die DB hat den Abschnitt zwischen Stolberg Hbf und Aachen West bereits als überlastet eingestuft. Die Kreuzung stellt damit einen betrieblichen Engpass dar, der die Kapazität sowohl für den Regional‑ als auch für den Fern‑ und Güterverkehr begrenzt.
Was ist geplant?
Zur Entflechtung der Verkehre ist der Neubau eines Kreuzungsbauwerks (Tunnel oder Brücke) in Stolberg vorgesehen. Dadurch kann die RB 20 künftig konfliktfrei in Fahrtrichtung Aachen auf die Westseite des Bahnhofs Stolberg geführt werden.
Mit der Kreuzung werden Kapazitäten erhöht sowie die Störungs‑ und Verspätungsanfälligkeit im Korridor deutlich reduziert.
Die Maßnahme ist Bestandteil des Ausbaus Aachen – Köln und soll nach derzeitigem Stand über das Investitionsgesetz Kohleregionen (InvKG) finanziert werden.
Neubau 3. Gleis zwischen Düren und Langerwehe mit neuen Haltepunkten in Düren-Derichsweiler und Langerwehe-D'horn / Schlich
Ausgangslage
Die Bahnstrecke zwischen Aachen und Düren ist bereits heute stark ausgelastet. Auf der überwiegend zweigleisigen Strecke teilen sich Fern‑, Regional- und Güterverkehr die vorhandene Kapazität und behindern sich gegenseitig. Verspätungen sind die Folge. Gleichzeitig sind nicht alle Siedlungsbereiche im Raum Düren ausreichend an den Schienenpersonennahverkehr angebunden. Es fehlen zusätzliche Haltepunkte und direkte Verbindungen für den regionalen Verkehr.
Mit dem erwarteten weiteren Wachstum im Güterverkehr Richtung Belgien sowie dichteren Takten im Personenverkehr verschärfen sich diese Probleme. Es besteht sowohl ein Kapazitätsengpass auf der Hauptstrecke als auch ein Erschließungsdefizit in der Region.
Bereits 2016 hat go.Rheinland gemeinsam mit regionalen Partnern ein Gutachten zum Ausbau des Bahnknotens Aachen erstellt. Ein zentrales Ergebnis ist die Verlängerung der RB 20 (euregiobahn) nach Düren mit Durchbindung nach Euskirchen. Eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2023 bestätigt die Förderfähigkeit des Projekts.
Was ist geplant?
Die RB 20 (euregiobahn) soll künftig von Langerwehe über Düren bis nach Euskirchen durchgebunden werden und zusätzliche Verkehrsaufgaben im Regionalverkehr übernehmen.
Dafür sind folgende Maßnahmen vorgesehen:
- Bau eines dritten Gleises in Langerwehe
- Bau eines Überwerfungsbauwerks zwischen Langerwehe und D’Horn
- Anbindung an den südlichen Teil des Bahnhofs Düren (Rurtalbahn-Infrastruktur)
- Bau der Haltepunkte Düren-Derichsweiler und Langerwehe-D’Horn/Schlich
Durch die Führung auf einer eigenen Trasse wird die bestehende Strecke entlastet und zusätzliche Kapazität geschaffen. Gleichzeitig verbessert die Maßnahme die Erschließung im Raum Düren durch neue Haltepunkte und direkte Verbindungen.
Die Maßnahme ist Teil des Ausbaus Aachen – Köln und wird über das Investitionsgesetz Kohleregionen (InvKG) finanziert.
Neuer Haltepunkt Kerpen-Geilrath
Ausgangslage
Im Bereich Kerpen-Geilrath fehlt derzeit ein Haltepunkt, sodass Pendelnde auf die Stationen in Buir, Sindorf oder Horrem ausweichen müssen. Dadurch entstehen zusätzliche Wege und eine hohe Belastung einzelner Stationen, insbesondere des S-Bahnhofs Sindorf.
Gleichzeitig wächst im westlichen Stadtgebiet Kerpen sowie im Umland, vor allem in Elsdorf und Nörvenich, der Bedarf an einer besseren Anbindung an die S-Bahn. Auch im Kontext des Strukturwandels im Rheinischen Revier gewinnt eine gute Erreichbarkeit an Bedeutung.
Vor diesem Hintergrund wird die Machbarkeit eines neuen S-Bahnhofs Kerpen-Geilrath sowie eines Ausbaus der Infrastruktur für die zukünftige S 13 zwischen Horrem und Düren untersucht.
Was ist geplant?
Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie werden die Auswirkungen eines neuen S-Bahnhofs Kerpen-Geilrath untersucht. Ein Schwerpunkt liegt auf dem zukünftigen Betriebsprogramm der S 13.
Zudem werden Pendelndenzahlen und Verkehrsverflechtungen analysiert, um die Dimensionierung des Haltepunkts sowie den Bedarf an P+R- und B+R-Anlagen abzuleiten.
Die Machbarkeitsstudie ist für 2027 vorgesehen und wird derzeit vorbereitet. Die Maßnahme wird im Rahmen des Strukturwandels im Rheinischen Revier durch den Bund gefördert.
Weitere Informationen finden Sie hier: Neuer Haltepunkt Kerpen-Geilrath
Neuer Haltepunkt "Eschweiler-Aue"
Ausgangslage
Im Netz der Euregioverkehrsgesellschaft GmbH (EVS), auf dem die RB 20 (euregiobahn) verkehrt, besteht im Bereich Eschweiler-Aue derzeit kein Haltepunkt. Obwohl insbesondere für das angrenzende Gewerbegebiet ein Potenzial für den Pendelverkehr vorhanden ist, verbleibt hier eine Erschließungslücke.
Pendelnde müssen auf umliegende Haltepunkte ausweichen, wodurch zusätzliche Wege entstehen und andere Stationen stärker belastet werden.
Was ist geplant?
Der Neubau des Haltepunkts Eschweiler-Aue ist vorgesehen. Dieser soll künftig im Halbstundentakt von der euregiobahn bedient werden. Geplant ist ein barrierefreier Seitenbahnsteig an der eingleisigen Strecke. Der genaue Standort des Haltepunkts wird derzeit in verschiedenen Varianten untersucht und bewertet.
Voraussetzung für die Umsetzung ist die vollständige Instandsetzung der Talbahnstrecke der EVS nach den Schäden durch die Flut im Jahr 2021. Dabei wurden insbesondere Gleisanlagen im Abschnitt zwischen Stolberg Hbf und Eschweiler-West beschädigt oder unterspült sowie Sicherungsbauwerke beeinträchtigt. Erst nach deren Wiederherstellung kann die weitere Planung und Realisierung des Haltepunkts erfolgen.
Reaktivierung "Stolberg-Altstadt – Stolberg-Breinig"
Ausgangslage
Im Netz der Euregioverkehrsgesellschaft GmbH (EVS) besteht zwischen Stolberg Altstadt und Breinig derzeit keine Anbindung an den SPNV. Die Strecke ist stillgelegt, sodass für den südlichen Bereich des Stolberger Stadtgebiets eine Erschließungslücke besteht.
Pendelnde müssen auf andere Verkehrsmittel oder weiter entfernte Haltepunkte ausweichen. Dadurch entstehen zusätzliche Wege und eine eingeschränkte Erreichbarkeit im regionalen Verkehr.
Was ist geplant?
Die Reaktivierung der Strecke zwischen Stolberg Altstadt und Breinig ist vorgesehen. Die Strecke soll künftig wieder von der RB 20 (euregiobahn) bedient und – wie das übrige EVS‑Grundnetz – elektrifiziert werden.
Mit der Reaktivierung wird die Erschließung des südlichen Stolberger Raums verbessert und ein weiterer Schritt zur Entwicklung eines leistungsfähigen, vertakteten Schienenverkehrssystems in der Region Aachen umgesetzt.
Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgt mit Fördermitteln des Landes durch den Zweckverband go.Rheinland.
Reaktivierung Breinig – Eupen
Ausgangslage
Zwischen Stolberg-Breinig und Eupen besteht derzeit keine durchgehende Schienenverbindung für den Personenverkehr. Die Strecke ist stillgelegt, sodass eine grenzüberschreitende Anbindung zwischen der Region Aachen und Ostbelgien fehlt.
Dadurch sind Pendelnde sowie Reisende im grenzüberschreitenden Verkehr auf andere Verkehrsmittel angewiesen. Eine direkte, leistungsfähige Schienenverbindung zwischen dem südlichen Raum der StädteRegion Aachen und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens besteht derzeit nicht.
Vor dem Hintergrund der angestrebten Weiterentwicklung des Netzes der Euregioverkehrsgesellschaft GmbH (EVS) sowie der Stärkung des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs stellt dies eine erhebliche Erschließungslücke dar.
Was ist geplant?
Die Reaktivierung der Strecke von Stolberg-Breinig über Aachen-Walheim und Raeren bis nach Eupen soll im Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersucht werden. Ziel ist es, die technische und verkehrliche Machbarkeit der Reaktivierung zu prüfen und eine Grundlage für die weitere Projektentwicklung zu schaffen.
Derzeit befindet sich go.Rheinland hierzu im Austausch mit dem belgischen Infrastrukturbetreiber Infrabel sowie der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, um gemeinsam eine Machbarkeitsstudie zu beauftragen.
Reaktivierung "Alsdorf-Mariagrube – Aldenhoven-Siersdorf"
Ausgangslage
Zwischen Alsdorf-Mariagrube und Aldenhoven-Siersdorf besteht derzeit keine Anbindung an den Schienenpersonennahverkehr. Die Strecke ist stillgelegt, sodass für den Raum Alsdorf und Aldenhoven eine Erschließungslücke im Netz der euregiobahn besteht.
Pendelnde müssen auf andere Verkehrsmittel oder weiter entfernte Haltepunkte ausweichen. Dies führt zu zusätzlichen Wegen und einer eingeschränkten regionalen Erreichbarkeit.
Vor dem Hintergrund der angestrebten Weiterentwicklung des Netzes der Euregioverkehrsgesellschaft GmbH (EVS) stellt die fehlende Anbindung dieses Streckenabschnitts eine wesentliche Lücke dar.
Was ist geplant?
Die Reaktivierung der Strecke zwischen Alsdorf‑Mariagrube und Aldenhoven‑Siersdorf ist vorgesehen. Die Strecke wird – wie das bestehende Grundnetz der Euregioverkehrsgesellschaft GmbH (EVS) – elektrifiziert, sodass die RB 20 (euregiobahn) künftig auch auf diesem Außenast verkehren kann.
Mit der Reaktivierung und Elektrifizierung wird ein weiterer Baustein für ein leistungsfähiges, vertaktetes Schienenverkehrsangebot geschaffen, das perspektivisch eine S‑Bahn‑ähnliche Funktion in der Region Aachen übernehmen kann.
Die Reaktivierungsmaßnahme befindet sich bereits im Bau. Aufgrund baulicher Restriktionen kann der Betrieb zunächst bis Alsdorf‑Businesspark erfolgen. Die weiterführende Reaktivierung in Richtung Aldenhoven‑Siersdorf ist im Anschluss vorgesehen.
Die Finanzierung der Maßnahme erfolgt über Fördermittel des Landes Nordrhein‑Westfalen durch den Zweckverband go.Rheinland.
Vollausbau "Eifel-Börde-Bahn"
Ausgangslage
Die Strecke der Bördebahn zwischen Düren und Euskirchen wurde gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts aus wirtschaftlichen Gründen von der Deutschen Bahn stillgelegt. Damit entfiel eine direkte Schienenverbindung zwischen beiden Städten.
Seit 2002 wird die Reaktivierung der rund 30 Kilometer langen Strecke schrittweise vorangetrieben. Neben dem Güterverkehr wurden auch wieder Personenzüge eingesetzt – zunächst mit erheblicher ehrenamtlicher Unterstützung. Heute ist die Rurtalbahn Infrastrukturbetreiber der Strecke.
Mit dem Vorlaufbetrieb ab Dezember 2019 und dem Stundentakt seit 2023 wurde der Schienenpersonennahverkehr auf der Strecke deutlich gestärkt. Dennoch bestehen weiterhin infrastrukturelle Einschränkungen, die kurze Fahrzeiten und einen stabilen Betrieb begrenzen.
Langfristiges Ziel ist eine leistungsfähige, durchgängige Bahnverbindung zwischen Aachen, Düren und Euskirchen, die Umwege über den Bahnknoten Köln vermeidet, diesen entlastet und insbesondere den ländlichen Raum besser erschließt.
Was ist geplant?
Zur weiteren Angebotsverbesserung soll die Fahrzeit zwischen Düren und Euskirchen auf rund 34 Minuten verkürzt werden. Dafür sind unter anderem der Bau einer Zugkreuzungsmöglichkeit in Rommelsheim, die Sanierung der Brücke in Zülpich sowie die technische Erneuerung mehrerer Bahnübergänge vorgesehen.
Darüber hinaus ist geplant, den Haltepunkt Zülpich mit einem Mittelbahnsteig auszustatten sowie die Haltepunkte Elsig und Euskirchen‑West neu zu errichten.
Im nächsten Schritt wird der Gleisbestand auf der Strecke sukzessive erneuert und die technische Ausstattung der Bahnübergänge modernisiert. An bereits erneuerten Haltepunkten wurden die Gleise im Zuge der Maßnahmen bereits ertüchtigt.
Umbau "Nordseite Bahnhof Düren"
Ausgangslage
Am Bahnhof Düren wird die Strecke Düren – Jülich – Linnich derzeit über einen provisorischen Behelfsbahnsteig auf der Nordseite bedient. Dieser entspricht weder der üblichen Bahnsteighöhe noch den Anforderungen an einen modernen, barrierefreien SPNV. Für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste ist der Zugang deutlich eingeschränkt, zudem fehlen Wetterschutzmöglichkeiten für wartende und umsteigende Reisende.
Gleichzeitig ist das nördliche Umfahrungsgleis im Bahnhof Düren derzeit stillgelegt. Damit stehen auf einem stark belasteten Korridor keine zusätzlichen betrieblichen Reserven zur Verfügung. Insbesondere auf der Strecke Aachen – Köln, die bereits heute stark ausgelastet ist, fehlen Ausweich- und Überholmöglichkeiten, was sich negativ auf die Betriebsstabilität auswirkt.
Was ist geplant?
Im Rahmen des Umbaus der Nordseite des Bahnhofs Düren wird Gleis 21 mit einem neuen, barrierefreien Bahnsteig ausgestattet. Damit wird die Strecke Düren – Jülich – Linnich künftig regelkonform und barrierefrei angebunden.
Darüber hinaus wird geprüft, ob im Zuge des Umbaus ein Überholgleis realisiert werden kann. Dieses soll zusätzliche betriebliche Flexibilität schaffen und bei Bedarf von Regionalverkehrszügen genutzt werden, um Überholungen durch den Fernverkehr zu ermöglichen. So können Verspätungen reduziert und der Betrieb auf dem stark belasteten Korridor Aachen – Köln stabilisiert werden.
Unabhängig davon erneuert die Rurtalbahn (RTB) derzeit abgängige Weichen im Bereich des Bahnhofs Düren, um die Infrastruktur langfristig leistungsfähig zu halten.
Reaktivierung "Linnich – Hückelhoven-Baal"
Ausgangslage
Der Streckenabschnitt Linnich – Hückelhoven‑Baal ist bislang nicht reaktiviert. Damit fehlt eine direkte Schienenverbindung zwischen dem Netz der Rurtalbahn im Kreis Düren und der DB‑Hauptstrecke Aachen – Mönchengladbach im Kreis Heinsberg.
Pendelnde zwischen den Kreisen Düren und Heinsberg sind derzeit auf Umwege oder andere Verkehrsangebote angewiesen. Eine durchgehende, leistungsfähige Schienenanbindung mit direkten Umsteigemöglichkeiten besteht nicht.
Die Wiederherstellung der Verbindung als Verlängerung der Strecke Düren – Jülich – Linnich stellt daher einen wichtigen Lückenschluss dar. Sie verbessert die regionale Erreichbarkeit, verkürzt Reisezeiten und ermöglicht neue Umsteigebeziehungen in Hückelhoven‑Baal in Richtung Aachen und Mönchengladbach.
Vor diesem Hintergrund haben die Kreise Düren und Heinsberg eine Machbarkeitsstudie beauftragt. Das Vorhaben wurde 2022 in den ÖPNV‑Bedarfsplan sowie den ÖPNV‑Infrastrukturfinanzierungsplan des Landes Nordrhein‑Westfalen aufgenommen.
Was ist geplant?
Vorgesehen ist die Verlängerung der Bahnstrecke von Linnich bis nach Hückelhoven‑Baal als klassische Lückenschlussmaßnahme. Ziel ist eine dichtere Vernetzung des Schienenverkehrs und eine verbesserte Anbindung für das Einzugsgebiet.
Die Strecke wird eingleisig auf einer Länge von etwas mehr als sechs Kilometern neu hergestellt und so geplant, dass eine spätere Elektrifizierung möglich ist. Im Zuge der Maßnahme sollen die neuen Haltepunkte Linnich‑Körrenzig und Hückelhoven‑Rurich entstehen.
In Hückelhoven-Baal wird zukünftig die Bahn auf ein Nebengleis der Hauptstrecke Aachen – Mönchengladbach (ehemaliger Güterbahnhof) geführt werden, wodurch vor Ort ebenfalls ein neuer Bahnsteig gebaut werden muss und als dritter Haltepunkt dient. Es ist allerdings keine physische Verbindung zur Strecke Aachen – Mönchengladbach vorgesehen, da dort ein zu großer Höhenunterschied vorliegt. Dies wird über Aufzüge gelöst werden.
Mit der Verlängerung der RB 21 bis Baal entstehen neue Umsteigemöglichkeiten zur RB 33 und zum RE 4. Gleichzeitig ist zwischen Jülich‑Nord und Linnich eine Taktverdichtung auf einen 30‑Minuten‑Takt vorgesehen.
Das Projekt befindet sich derzeit in der Genehmigungsplanung. Im Anschluss wird das Planfeststellungsverfahren eingeleitet, in dessen Rahmen die Planungen öffentlich vorgestellt werden.
Reaktivierung Baal – Hückelhoven-Ratheim
Ausgangslage
Bei dem stillgelegten Streckenabschnitt Baal – Hückelhoven-Ratheim handelt es sich um eine eingleisige, im Abschnitt Baal West bis Hückelhoven-Ratheim ehemals elektrifizierte Vollbahn. Die ursprüngliche Strecke verläuft ausgehend vom Bahnhof Jülich bis Baal durch die Jülicher Bördelandschaft und schließlich durch die früher vom Steinkohlebergbau geprägten Städte Hückelhoven und Wassenberg bis nach Dalheim. Für den ehemaligen Streckenabschnitt Linnich – Hückelhoven-Baal liegt eine Machbarkeitsstudie vor. Mittlerweile befindet sich dieser Streckenabschnitt in der Genehmigungsplanung. Von Hückelhoven-Baal bis Hückelhoven-Ratheim sowie von Hückelhoven-Ratheim bis Wassenberg sind Teile der ehemaligen Strecke überbaut.
Die Reaktivierung würde die Stadt Hückelhoven umsteigefrei in Richtung Niederrhein sowie mit einem Umstieg an das Oberzentrum Düsseldorf und in das Ruhrgebiet anbinden. Der zukünftige Linienverlauf der von Mönchengladbach verlängerten RB 35 wäre wie folgt: Wassenberg – Hückelhoven-Ratheim – Mönchengladbach – Viersen – Krefeld – Duisburg – Wesel.
Was ist geplant?
Eine Vorstudie des Ingenieurbüros Rödel und Pachan aus dem Jahr 2015 für eine Reaktivierung bis Hückelhoven-Ratheim liegt bereits vor. Für den Abschnitt Hückelhoven-Ratheim – Wassenberg müsste eine neue Streckenführung gefunden werden. Untersuchungsgegenstände einer Machbarkeitsstudie sollen die Reaktivierung der Strecke von Baal Güterbahnhof bis Hückelhoven-Ratheim sowie eine Neutrassierung bis Wassenberg sein.
Die Machbarkeitsstudie beinhaltet darüber hinaus die Erarbeitung eines Betriebskonzepts für die Verlängerung der RB 35 aus Richtung Mönchengladbach. Weiterhin werden die Auswirkungen auf den Streckenabschnitt Mönchengladbach Hbf – Rheydt Hbf einschließlich der Ermittlung von notwendigen Ausbaumaßnahmen für diesen Streckenabschnitt identifiziert.
Erarbeitet werden soll neben möglichen Betriebskonzepten auch die optimale Lage von zukünftigen Haltepunkten entlang des Abschnitts Baal Güterbahnhof – Hückelhoven-Ratheim – Wassenberg. Anschließend wird eine Nutzen-Kosten-Untersuchung erstellt, um den volkswirtschaftlichen Nutzen und die Förderfähigkeit der Reaktivierung und des teilweisen Neubaus zu ermitteln.
Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zum Strukturwandel im Rheinischen Revier. Durch die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur werden die Mobilität der Bevölkerung sowie die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen erheblich gesteigert. Gleichzeitig stärkt das Vorhaben die wirtschaftliche Entwicklung der Region, insbesondere im ländlichen Raum, und unterstützt die Verlagerung von Verkehren auf umweltfreundliche Verkehrsträger.
Die Machbarkeitsstudie wird aktuell vorbereitet, die Umsetzung ist für 2027 vorgesehen. Sie wird im Rahmen des Strukturwandels im Rheinischen Revier durch den Bund gefördert.
Mehr Informationen zur Machbarkeitsstudie finden Sie hier: Reaktivierung der Strecke Baal – Hückelhoven-Ratheim – Wassenberg
Reaktivierung und Neubau "Revierbahn West"
Ausgangslage
Das Kernrevier rund um die Tagebaue verfügt derzeit über keine direkte Schienenanbindung an die Bahnknoten Aachen, Köln und Düsseldorf. Auch eine direkte Schienenverbindung in den Rhein‑Erft‑Kreis (Erftachse) besteht nicht. Dadurch müssen Pendelnde im öffentlichen Verkehr häufig mehrfach umsteigen, wodurch lange Reisezeiten entstehen.
Damit besteht eine großräumige Erschließungslücke im Schienennetz. Gleichzeitig steht das Rheinische Revier im Zuge des Strukturwandels vor erheblichen Veränderungen, die eine leistungsfähige und attraktive Mobilitätsanbindung erfordern.
Vor diesem Hintergrund wird die Entwicklung einer neuen Schienenverbindung als Rückgrat der zukünftigen Mobilität angestrebt. Ziel ist eine direkte Verbindung von Aachen über Jülich in Richtung Rhein‑Erft‑Kreis und Düsseldorf durch Reaktivierungen bestehender Streckenabschnitte sowie den Neubau neuer Trassen. Diese neue Verbindung wird als Revierbahn West bezeichnet.
Was ist geplant?
Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wird eine neue Schienenverbindung im Korridor Aachen – Jülich – Rhein‑Erft‑Kreis (Erftachse) untersucht. Ziel ist es, geeignete Trassenverläufe für die Revierbahn West zu identifizieren und die Grundlage für eine direkte Verbindung in Richtung Düsseldorf zu schaffen.
Um den regionalen Ansprüchen gerecht zu werden, wurden für die Untersuchung zwei Lupenräume festgelegt:
- Lupenraum 1: Aachen – Jülich
Es sollen zwei regionale und zwei schnelle Varianten sowie eine optionale Anbindung nach Baesweiler und ein Lückenschluss zwischen Siersdorf und Jülich untersucht werden.
- Lupenraum 2: Jülich – Rhein‑Erft‑Kreis (Erftachse)
Es sollen zwei regionale und zwei schnelle Varianten mit optionalen Anbindungen an den Brainergy Park in Jülich und/oder das Forschungszentrum Jülich untersucht werden.
Für die Vorzugsvarianten, die politisch beschlossen werden, werden für beide Lupenräume jeweils Nutzen‑Kosten-Untersuchungen sowie Bewertungen der betrieblichen und technischen Machbarkeit durchgeführt. Ergänzend erfolgt eine übergreifende Betrachtung beider Lupenräume, um das Gesamtprojekt als Einheit zu bewerten.
Die Raumanalyse ist bereits abgeschlossen, die Machbarkeitsstudie wird derzeit erstellt. Das Projekt wird im Rahmen des Strukturwandels im Rheinischen Revier durch den Bund gefördert.
Weitere Informationen zur Machbarkeitsstudie finden Sie unter: Revierbahn West
Neubau Regiotram Aachen
Ausgangslage
Rund 70.000 Pendlerfahrten täglich stellen Aachen und den Norden der StädteRegion vor große Herausforderungen: Da eine direkte Schienenverbindung zwischen Aachen und den Kommunen Würselen, Alsdorf und Baesweiler fehlt, wird der Verkehr überwiegend über die Straße abgewickelt, was zu einem hohen Verkehrsaufkommen und regelmäßigen Staus führt.
Vor diesem Hintergrund planen die Stadt Aachen, die StädteRegion Aachen mit Würselen, Alsdorf und Baesweiler, der Aachener Verkehrsverbund (AVV) sowie die Aachener Straßenbahn und Energieversorgungs‑AG (ASEAG) den Neubau der Regiotram.
Was ist geplant?
Die Regiotram soll den Aachener Hauptbahnhof über den Elisenbrunnen und die Krefelder Straße mit Würselen, Alsdorf und Baesweiler verbinden und damit eine direkte Verbindung schaffen.
Die grundsätzliche Machbarkeit und Finanzierbarkeit wurde im Rahmen einer zweistufigen Machbarkeitsstudie nachgewiesen. Auf dieser Grundlage haben die beteiligten Städte im Jahr 2023 die weitere Planung beschlossen.
Die Projektleitung für die Grundlagenermittlung und Vorplanung liegen beim AVV und wurden im Sommer 2025 gestartet. Bis Mitte 2027 werden die verkehrsplanerischen und technischen Aspekte untersucht. Die anschließenden Planungs- und Bauphasen werden voraussichtlich rund zehn Jahre in Anspruch nehmen, sodass die Regiotram in den 2030er Jahren in Betrieb gehen könnte.
Die Planungsphase wird durch den Bund und das Land Nordrhein‑Westfalen mit rund 5,5 Millionen Euro gefördert.
Mehr Informationen zum Projekt Regiotram finden Sie unter: Regiotram Aachen