Die wichtigsten Rahmenkennzahlen der Kundeneingaben

Der go.Rheinland-Kundendialog war auch im Jahr 2025 ein zentraler und viel genutzter Anlaufpunkt für Fahrgäste, um Kritik, Anregungen und Verbesserungsvorschläge rund um den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im Verbundgebiet einzubringen. 

Zwei Themen standen im Mittelpunkt der Kundenmeldungen: Der Vertrieb von Nahverkehrstickets sowie Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. Schwerpunkt waren hierbei zahlreiche Baumaßnahmen im Streckennetz. Letztere führten zu Verspätungen und Zugausfällen, die für viele Pendlerinnen und Pendler spürbare Einschränkungen im privaten wie beruflichen Alltag bedeuteten. 

Als SPNV-Aufgabenträger ist go.Rheinland auch für den Vertrieb von Nahverkehrstickets im gesamten Zweckverbandsgebiet zuständig. Mit dem Auslaufen des bisherigen Vertriebsdienstleistungsvertrags mit DB Vertrieb zum Jahresende 2025 und der Neuvergabe an die Transdev Vertrieb GmbH hat ein umfassender Systemwechsel stattgefunden. Die Einführung neuer Ticketautomaten und Entwerter sowie die Etablierung zahlreicher go.Rheinland-Kundencenter vor Ort stellten einen bedeutenden Modernisierungsschritt dar, der in der Anfangsphase aber auch erhebliche Herausforderungen mit sich brachte.

Viele Kundinnen und Kunden äußerten Kritik an den Funktionen der neuen Automaten, der Menüführung, den Tarifeinstellungen sowie der bargeldlosen Zahlung. Zudem sorgte der Start der MyGo-App, die den digitalen Ticketkauf und die Ticketverwaltung vereint, für Unzufriedenheit und Klärungsbedarf bei den Nahverkehrskunden. Insbesondere die Migration bereits bestehender Deutschlandtickets aus dem DB-System brachte für zahlreiche Fahrgäste große Probleme mit sich.

Insgesamt zeigte sich 2025 eine deutliche Zunahme der Kundeneingaben: Die Anzahl der Kundenmeldungen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 23,08 %

Beschwerdeanzahl im Jahr 2025 insgesamt: 2.272

  • davon linienbezogen: 1.252
  • davon allgemeine SPNV-Themen: 1.020

Anstieg der Kundeneingaben im Vergleich zum Vorjahr um 426.

Verteilung der Kundeneingaben auf die verschiedenen Eingangskanäle:

  • E-Mail: 801 (35,26 %)
  • go.Rheinland-Kontaktformular: 605 (26,63 %)
  • go.Rheinland- und AVV-App (Feedback-Formular): 421 (18,53 %)
  • VRS-Kontaktformular: 417 (18,35 %)
  • Post: 19 (0,84 %)
  • Facebook: 5 (0,22 %)
  • Telefon: 2 (0,09 %)
  • Telefax: 1 (0,04 %)
  • Persönlich: 1 (0,04%)

 

Im Vergleich zum Vorjahr erfolgte der Austausch mit den Fahrgästen, bedingt durch zahlreiche Eingaben zu Vertriebsthemen, überwiegend per E‑Mail. Darüber hinaus nutzten die Fahrgäste in erheblichem Umfang das go.Rheinland‑Kontaktformular auf der Homepage. Die Kontaktaufnahme über das VRS‑Kontaktformular sowie über die go.Rheinland‑ und AVV‑App (Feedback‑Formular) erfolgte mit 421 bzw. 417 Meldungen nahezu gleich oft.

Die Kontaktaufnahme per E-Mail steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich (27,95 % im Jahr 2024). Die Nutzung der App hingegen verringerte sich stark von 39 % im Jahr 2024 auf 18,53 %. Das VRS-Kontaktformular wurde von den Fahrgästen im Jahr 2025 in 18,35 % aller Fälle, gegenüber 21,18 % im Vorjahr eingesetzt.

Beschwerdeanlass

Die häufigsten Gründe, die zur Beschwerde führten:

  • Vertrieb: 644 Eingaben
  • Fahrtausfall: 473 Eingaben
  • Fahrtverspätung: 381 Eingaben
  • Weiteres: 195
  • Fahrgastinfo: 138

Neben den überwiegenden Eingaben zu Vertriebsthemen bemängelten die Fahrgäste aber auch im Jahr 2025 - ebenso wie im Vorjahr - in besonderem Maße Fahrtausfälle und Fahrtverspätungen, oft gepaart mit der Kritik an den Fahrgastinformationen.

Beschwerdeträchtigste Linien:

  • S 11: 169 Beschwerden (7,44 %)
  • RB 25: 129 Beschwerden (5,68 %)
  • S 19: 116 Beschwerden (5,11 %)
  • RE 5: 102 Beschwerden (4,49 %)
  • RB 26: 84 Beschwerden (3, 70 %)

 

Wie bereits eingangs erläutert, entfielen im Jahr 2025 die meisten Beschwerden der Fahrgäste auf unterschiedliche Vertriebsthemen. Diese Rückmeldungen, ebenso wie allgemeine Kritik am SPNV, am Zustand der Infrastruktur oder vergleichbare Hinweise, lassen sich inhaltlich keiner spezifischen Linie zuordnen. In der Folge verbleiben 44,90 % aller Eingaben ohne eindeutigen Linienbezug.

Darüber hinaus bemängelten die Reisenden insbesondere Fahrt­ausfälle und Verspätungen im Zug- und S-Bahnverkehr. Während Fahrt­ausfälle im Vorjahr noch 589‑mal gemeldet wurden, reduzierte sich diese Zahl im Jahr 2025 auf 473 Meldungen. Dies entspricht einem Rückgang um 19,69 %. Auch die Anzahl der registrierten Verspätungen sank leicht: Mit 381 Eingaben wurden 15 Fälle weniger verzeichnet als im Vorjahr.

Baumaßnahmen führten weiterhin zu Verspätungen und Zugausfällen

Auch im Jahr 2025 waren die Fahrgäste des Schienenpersonennahverkehrs - wie bereits in den Vorjahren - in erheblichem Umfang von baustellenbedingten Einschränkungen betroffen. Die notwendige Modernisierung und der weitere Ausbau des stark beanspruchten und störungsanfälligen Schienennetzes stellten die Eisenbahnverkehrsunternehmen erneut vor große operative Herausforderungen.

Die überlastete Infrastruktur sowie der hohe Anteil an Mischverkehr auf zahlreichen Strecken erschwerten einen stabilen und verlässlichen Betriebsablauf. Insbesondere auf stark frequentierten Korridoren ließen sich dauerhaft belastbare Fahrplankonzepte nur eingeschränkt realisieren.

Die intensive Bautätigkeit zur Sanierung des Netzes und zur Schaffung der infrastrukturellen Voraussetzungen für die Verkehrswende wirkte sich auch 2025 spürbar auf die Angebotsqualität im Nahverkehr aus. Trotz hohen Engagements aller Beteiligter waren Einschränkungen für die Reisenden aufgrund der Vielzahl der Maßnahmen nicht in allen Fällen zu vermeiden.

Ersatzkonzepte, Umleitungen und angepasste Betriebsmodelle wurden im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten geplant und umgesetzt. Diese stießen jedoch angesichts der angespannten Netzsituation und begrenzter infrastruktureller Alternativen insbesondere auf hoch belasteten Strecken wiederholt an ihre Grenzen.

Entlastung durch Verbesserung der Personalverfügbarkeit

Positiv entwickelte sich hingegen die Personalsituation. Der im Vorjahr häufig kritisierte Personalmangel konnte durch das Aktionsprogramm der SPNV-Aufgabenträger in NRW spürbar reduziert werden. Dies führte zu einer deutlichen Stabilisierung der Betriebslage und trug zu einer verlässlich planbaren Reisekette für die Kundinnen und Kunden bei.

Im Zuge des Programms wurden die Fahrpläne landesweit so angepasst bzw. ausgedünnt, dass sie mit dem verfügbaren Personal realistisch betrieben werden konnten. Diese Maßnahmen steigerten die Zuverlässigkeit im Nahverkehr und verbesserten insbesondere für Pendlerinnen und Pendler die tägliche Planbarkeit deutlich.

Hier finden Sie die letztjährigen Berichte zum Kundendialog zum Downloaden: