
Ihr arbeitet beim Thema Baustellen sehr eng zusammen und sitzt im Büro in Deutz mit Euren jeweiligen Mitarbeitenden auch direkt nebeneinander: Wie ist die Arbeitsteilung zwischen Euren Bereichen organisiert – und wie laufen die Abstimmungen bei so komplexen Projekten wie den Korridorsanierungen mit externen Partnern ab?
Ben: Vereinfacht gesagt, planen wir als Bereich B4 gemeinsam mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) die konkreten Ersatzkonzepte, ermitteln Fahrzeiten, entwickeln die Linienkonzepte und legen die Haltestellen sowie Bedienzeiten fest. Die fertigen Konzepte werden dann durch Leszeks Team verständlich und übersichtlich auf allen Kanälen an den Fahrgast kommuniziert. Unsere Mitarbeitenden sind dabei tagtäglich in einem engen Austausch, denn wir haben sehr viele Baustellen vor der Brust.
Leszek: Darüber hinaus kümmern wir uns um einige Hintergrundprozesse, wie etwa Abrechnungen oder die Einbindung und ggf. Förderung von weiteren Verkehrsmitteln. Hierzu gehören die Verlängerung von Stadtbahnen oder auch die Einbindung von Fähren. Letztendlich erfolgt die Zusammenarbeit dynamisch und nach Bedarf. Basis für diese gute Miteinander ist neben der räumlichen Nähe auch die unterstützende Atmosphäre unter den Kolleg*innen – Jede*r kennt ihren/seinen Aufgabenbereich und bringt sich voll ein. Darüber hinaus finden gemeinsam zahlreiche Abstimmungen mit externen Akteuren statt.
Wenn Ihr auf die abgeschlossene Korridorsanierung Hagen – Wuppertal – Köln zurückblickt: Was waren aus Eurer Sicht die größten operativen Herausforderungen im Projektverlauf – und welche Lösungen haben sich besonders bewährt?
Leszek: Anspruchsvoll war mit Sicherheit die Koordinierung der Vielzahl unterschiedlicher Akteure, die bei derart komplexen Maßnahmen teilweise verschiedene Herangehensweisen verfolgten und unterschiedliche Bedürfnisse hatten. Das stetige Nachsteuern von vermeintlich klaren Aufgabenstellungen wird dann schnell zur Dauerbeschäftigung. Standardisierte Prozesse sowie klare vertragliche Vorgaben halfen in solchen Situationen, um lösungsorientierte Ergebnisse zu erzielen. Im Bereich der Kommunikation erwies es sich zudem als Vorteil, dass wir „Quick Wins“ erzielen konnten, indem wir Optimierungsbedarfe recht zügig umgesetzt haben.
Ben: Die größte Herausforderung bestand darin, ein tragfähiges Konzept für einen solch großen Streckenabschnitt mit einer sehr hohen Fahrgastbetroffenheit über einen Zeitraum von fünf Monaten zu entwickeln. Bei der Konzepterstellung hat es sich bewährt, frühzeitig mit allen Beteiligten – DB InfraGO, EVU, Busunternehmen, Kommunen und Straßenbaulastträgern – in einen detaillierten und intensiven Austausch zu gehen. Konzeptionell hat sich gezeigt, dass dichte Takte und ein differenziertes Angebot aus Schnell- und Expressbuslinien ein gutes Rezept zur Minimierung der individuellen Reisezeitverlängerungen darstellen.
Mit Blick auf die jetzt laufende Korridorsanierung Troisdorf – Wiesbaden: Welche konkreten Anpassungen in Planung, Steuerung oder Kommunikation wurden auf Basis der bisherigen Erfahrungen vorgenommen?
Ben: Trotz aller Vorbereitung zählt es immer noch „auf dem Platz“ und da haben wir bei der Korridorsanierung Hagen – Wuppertal – Köln gesehen, dass die Wendezeiten der Busse durchaus zu knapp kalkuliert waren und das Personal teilweise auch nicht von Anfang an gut genug geschult worden war. Gemeinsam mit der DB InfraGO haben wir sofort nachgesteuert und berücksichtigen diese Erkenntnisse nun für die laufende Korridorsanierung, damit diese Fehler nicht noch einmal passieren. Angesicht der aktuellen Verkehrssituation in Bonn haben wir auch nach Möglichkeit noch zusätzliche Zeitreserven in die Fahrpläne eingebaut.
Leszek: Wir haben an die DB SEV GmbH, die den Großteil der Ersatzverkehre in unserem Gebiet durchführt, nochmals alle im ersten Korridor identifizierten Verbesserungspotenziale adressiert und unsere Erwartung an eine reibungslose Umsetzung von Beginn an zum Ausdruck gebracht. Bei der Kommunikation betrifft dies insbesondere die Zielanzeigen an den Fahrzeugen. Angesichts des vielfältigen SEV-Angebots ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Reisenden die für sie richtige SEV-Linie zügig identifizieren können, um die passende Reisekette auszuwählen.