Stadt-Terrassen schreiben Geschichte

Projekt des Zukunftsnetz Mobilität NRW wird Teil einer Ausstellung im Bonner Haus der Geschichte

Köln/Bonn. Vom Stadtexperiment ins Museum: Die Stadt-Terrassen des Zukunftsnetz Mobilität NRW werden Teil der Ausstellung im Haus der Geschichte in Bonn. Eine besondere Würdigung für ein Projekt, das die Mobilitätswende und moderne Stadtentwicklung mitgestaltet. 

Was sind die Stadt-Terrassen?
Straßen und Plätze sind weit mehr als Verkehrsflächen. Sie prägen das Leben in unseren Städten und Gemeinden, können Treffpunkte sowie Räume für Austausch und Begegnung sein. Mit den Stadt-Terrassen unterstützen die Koordinierungsstellen des Unterstützungsnetzwerks „Zukunftsnetz Mobilität NRW“ ihre Mitgliedskommunen dabei, dieses Potenzial sichtbar und erlebbar zu machen.

Die modularen Stadtmöbel lassen sich flexibel einsetzen und ermöglichen temporäre Umgestaltungen im öffentlichen Raum. Städte und Gemeinden können so unkompliziert testen, wie sich Flächen anders nutzen lassen und wie Bürgerinnen und Bürger auf Veränderungen reagieren. Aus Parkplätzen werden Aufenthaltsorte, aus Straßenräumen lebendige Treffpunkte

In den vergangenen sechs Jahren haben Mitgliedskommunen des Zukunftsnetz Mobilität NRW mehr als 65 Stadtexperimente mit den Stadt-Terrassen umgesetzt. Viele dieser Projekte lieferten wertvolle Anregungen für dauerhafte Verbesserungen im öffentlichen Raum.

Stadt-Terrassen im Haus der Geschichte in Bonn
Ab dem 03. November 2026 können Besucherinnen und Besucher in Bonn die ausgestellte Beteiligungs-Stele und ein Parklet-Sitzmöbel besichtigen. Bis Februar 2027 zeigen die beiden Module in der Präsentation „Mobilität und Infrastruktur“ im Bereich „Heute“, wie Kommunen öffentliche Räume neu gestalten und Bürgerinnen sowie Bürger aktiv einbeziehen können.

Der Zeitraum „Heute“ in der neuen Dauerausstellung „Du bist Teil der Geschichte. Deutschland seit 1945“ beschäftigt sich mit der Gegenwart und rückt aktuelle Ereignisse, Fragestellungen und Debatten in den Fokus. Mit stetig wechselnden Präsentationen werden verschiedenste Themen beleuchtet, die die Gesellschaft bewegen und die aktuelle Alltagsgeschichte prägen.
Damit erhält das Projekt einen besonderen Platz, das in den vergangenen Jahren vielerorts in Nordrhein-Westfalen neue Perspektiven auf Straßen und Plätze eröffnet hat.

Wenn aus Verkehrsflächen Begegnungsorte werden
Christoph Overs, Geschäftsstellenleiter des Zukunftsnetz Mobilität NRW: „Unsere Stadt-Terrassen sind ein praktisches Werkzeug für Kommunen, die neue Wege in der Stadtentwicklung gehen möchten. Sie machen viele Fragen für einen öffentlichen Dialog sichtbar. Wie Städte lebenswerter und klimaresilienter werden, wie die Mobilitätswende gelingen kann, wie Kommunen mehr Raum für Begegnung und Aufenthalt schaffen können. Sie zeigen ohne Druck und erhobenen Zeigefinger, wie Städte und Gemeinden öffentliche Flächen neu nutzen können. Wo vorher Autos parkten oder Verkehr dominierte, entstehen Orte zum Verweilen, Spielen und Begegnen.“

Die Ausstellung macht sichtbar, wie Kommunen Mobilität, Aufenthaltsqualität und Bürgerbeteiligung zusammendenken. Die Stadt-Terrassen stehen dabei beispielhaft für eine moderne Stadtentwicklung, die Menschen in den Mittelpunkt stellt. Vergangene Stadtexperimente und Einsätze der Stadt-Terrassen in NRW finden Sie hier.

Teil der Ausstellung „Mobilität und Infrastruktur“
Mit der Präsentation „Mobilität und Infrastruktur“ greift das Haus der Geschichte aktuelle gesellschaftliche Debatten auf. Themen wie die Modernisierung der Infrastruktur, Elektromobilität, die Zukunft des Verkehrs sowie die gerechte Verteilung öffentlicher Flächen spielen dabei eine zentrale Rolle.

Die Stadt-Terrassen ergänzen diese Perspektive um eine wichtige Frage: Wie wollen wir den Raum in unseren Städten künftig nutzen? Sie zeigen, dass Mobilitätswende nicht nur auf Straßen und Schienen stattfindet. Sie entsteht auch dort, wo Städte Flächen neu verteilen, Aufenthaltsqualität schaffen und Menschen zum Austausch einladen.

Mitmachen und eigene Ideen einbringen
Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist die Beteiligungsstele. Besucherinnen und Besucher können dort ihre Meinungen, Ideen und Wünsche zur Mobilität und Stadtentwicklung der Zukunft hinterlassen. Damit greift die Ausstellung einen zentralen Gedanken der Stadt-Terrassen auf: Gute Stadtentwicklung entsteht im Dialog. Die Beteiligungsstele lädt dazu ein, mitzudenken, mitzureden und eigene Vorstellungen für lebenswerte und klimaangepasste Städte einzubringen.

Praxiseinblick: Stadt-Terrassen im Einsatz

Menschen sitzen in einer Fußgängerzone auf den Möbeln der Stadtterrassen (Symbolbild),  © Zukunftsnetz Mobilität NRW / Smilla Dankert

Menschen sitzen in einer Fußgängerzone auf den Möbeln der Stadtterrassen (Symbolbild), © Zukunftsnetz Mobilität NRW / Smilla Dankert