Deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land bleiben bestehen
Köln. Die aktuelle Auswertung der Studie „Mobilität in Deutschland 2023“ (MiD) für das Gebiet von go.Rheinland zeigt: Die Verkehrsleistung ist insgesamt leicht zurückgegangen; zugleich bestehen weiterhin deutliche Unterschiede im Mobilitätsverhalten zwischen städtischen und ländlichen Räumen.
Im Durchschnitt unternehmen die Menschen in der Region täglich 2,8 Wege, legen dabei rund 34 Kilometer zurück und sind 79 Minuten unterwegs. Gegenüber der letzten Erhebung im Jahr 2017 ist damit ein moderater Rückgang in allen Kennzahlen zu verzeichnen.
Ein differenzierter Blick auf die Siedlungsstruktur offenbart jedoch klar unterschiedliche Mobilitätsmuster.
In den Stadtregionen wie Köln, Bonn und Aachen sowie ihrem jeweiligen Umland dominiert der Umweltverbund – also öffentlicher Verkehr, Rad- und Fußverkehr – mit einem Anteil von über 50 Prozent an allen Wegen. Der motorisierte Individualverkehr (MIV) spielt hier eine deutlich geringere Rolle. In den ländlichen Teilräumen hingegen bleibt das Auto das prägende Verkehrsmittel: Rund zwei Drittel aller Wege werden dort motorisiert zurückgelegt.
Besonders deutlich zeigen sich die Unterschiede beim öffentlichen Verkehr und beim Radverkehr. Während der Anteil des ÖPNV in den Stadtregionen bei rund 14 Prozent liegt, erreicht er in den ländlichen Räumen lediglich etwa 7 Prozent. Auch das Fahrrad wird in den Städten deutlich häufiger genutzt. Der Fußverkehr weist hingegen in beiden Raumtypen stabile Anteile auf.
Insgesamt erreicht der Umweltverbund im go.Rheinland-Gebiet einen Anteil von rund 52 Prozent und ist damit überdurchschnittlich stark ausgeprägt. Gleichzeitig hat der MIV seit 2017 an Bedeutung verloren und ist um etwa sieben Prozentpunkte zurückgegangen.
Die Veränderungen im Mobilitätsverhalten sind auch auf gesellschaftliche und strukturelle Entwicklungen der vergangenen Jahre zurückzuführen. Insbesondere die Auswirkungen der Corona-Pandemie, eine deutlich gestiegene Verbreitung von Homeoffice sowie neue Angebote im öffentlichen Verkehr, wie das Deutschlandticket, haben das Verkehrsverhalten nachhaltig beeinflusst. Vor allem die zunehmende Arbeit von zu Hause aus reduziert beruflich bedingte Wege und trägt zu einer insgesamt geringeren Mobilitätsnachfrage bei. Gleichzeitig ist die Nutzung des ÖPNV in der Region Köln – Bonn – Aachen im Vergleich zu 2017 gestiegen.
Auch bei der Ausstattung der privaten Haushalte zeigen sich Veränderungen: Elektrisch unterstützte Fahrräder sind heute deutlich häufiger vorhanden als noch bei der letzten Erhebung.
„Die Ergebnisse zeigen klar: Wir sind auf dem richtigen Weg hin zu einer nachhaltigen Mobilität im go.Rheinland-Gebiet. Besonders in den Städten gewinnt der Umweltverbund weiter an Bedeutung. Gleichzeitig machen die Zahlen aber auch deutlich, dass wir gerade im ländlichen Raum noch gezielt in attraktive, flexible und verlässliche Mobilitätsangebote investieren müssen, damit umweltfreundliche Alternativen für alle Menschen eine echte Option werden“, erklärt go.Rheinland-Geschäftsführer Michael Vogel.
Hintergrund: Die Studie „Mobilität in Deutschland“ (MiD) ist die zentrale bundesweite Erhebung zum Verkehrsverhalten der Bevölkerung und wird regelmäßig durchgeführt. Sie basiert auf einer bundesweiten Befragung von mehr als 218.000 Haushalten und rund 421.000 Personen im Zeitraum von Mai 2023 bis Juni 2024 und erfolgt im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr. go.Rheinland – Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV), Fördergeber für Investitionen in den ÖPNV und den SPNV sowie Träger regionaler Mobilitätskonzepte im Rheinland – hat sich darüber hinaus an einer regionalen Aufstockung der Interviews beteiligt, um belastbare und differenzierte Aussagen für die Region Köln – Bonn – Aachen zu ermöglichen.
