Städte, Kreise und Gemeinden können sich bis Ende Februar anmelden
Köln. Immer mehr Kommunen erkennen die Relevanz des Fußverkehrs für die Gesundheit und Zufriedenheit ihrer Bürgerinnen und Bürger. Deshalb wollen sie weg von einer Planung des öffentlichen Raums, in der für Fußgängerinnen und Fußgänger nur der Rest der Flächen bleibt, die nicht für Auto, Fahrrad und ÖPNV vorgesehen sind.
Ein zentrales Werkzeug dafür ist der seit 2019 vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen geförderte und vom Zukunftsnetz Mobilität NRW organisierte „Fußverkehrs-Check NRW“. Das Beteiligungsformat hat sich fest etabliert und startet nun in eine neue Runde.
Ab sofort können interessierte Kommunen ihre Bewerbung für die Teilnahme am Fußverkehrs-Check 2026 einreichen. Bewerbungsschluss ist der 27. Februar 2026.
Mehr Perspektiven, mehr Beteiligung
Das Format bringt Bürgerinnen, Bürger, Verwaltung und Politik an einen Tisch, um die Bedingungen für den Fußverkehr systematisch zu verbessern. Herzstück sind gemeinsame Begehungen auf zuvor ausgewählten Routen, ergänzt durch Workshops und eine anschließende Analyse.
„Rund 90 Prozent unserer Fahrgäste gehen zu Fuß zu Bushaltestellen oder Bahnhöfen – attraktive Fußwege sind daher entscheidend für die Stärkung des klimafreundlichen Nahverkehrs“, erklärt Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer der go.Rheinland GmbH, bei der die Geschäftsstelle des Zukunftsnetz Mobilität NRW angesiedelt ist.
Verbesserte Infrastruktur und Verkehrssicherheit
Die vergangenen Fußverkehrs-Checks NRW haben gezeigt, welchen konkreten Nutzen das Format für Kommunen bringt. Im vergangenen Jahr präsentierte etwa die rheinische Stadt Lohmar erste sichtbare Ergebnisse ihres Fußverkehrs-Checks. Neue barrierefreie Kreuzungen, verkehrsberuhigte Bereiche, ein umfassendes Schulwegkonzept sowie die Vorbereitung erster Elternhaltestellen ("Hol- und Bringzonen"). Diese Maßnahmen verbesserten laut der damaligen Bürgermeisterin Claudia Wieja sowohl die Sicherheit als auch die Aufenthaltsqualität in besonders frequentierten Bereichen.
Zwischen 30 und 40 Bewerbungen gehen jährlich für den Fußverkehrs-Check NRW ein. Die ausgewählten Städte, Kreise und Gemeinden analysierten im Nachgang der Begehungen mit den Bürgerinnen und Bürgern Schwachstellen und entwickeln konkrete Maßnahmenpläne. Viele Städte hoben nach Abschluss hervor, dass der Prozess erstmals eine strukturierte Betrachtung des Fußverkehrs ermögliche – ein Meilenstein besonders für kleinere Kommunen.
Bewerbungsbedingungen
Teilnahmeberechtigt sind alle Städte, Gemeinden und Kreise, die Mitglied im Zukunftsnetz Mobilität NRW sind. Das Angebot eignet sich sowohl für Kommunen, die gerade erst in die Fußverkehrsförderung einsteigen, als auch für jene, die vorhandene Ansätze vertiefen möchten.
Aus allen Bewerbungen werden landesweit erneut zwölf Kommunen ausgewählt. Details zu Kriterien und Teilnahmebedingungen finden Sie auf der Website des Zukunftsnetz Mobilität NRW.
Hintergrund
Der Fußverkehrs-Check NRW ist ein bewährtes Angebot des Zukunftsnetz Mobilität NRW, dem landesweiten Unterstützungsnetzwerk für nachhaltige Mobilitätsentwicklung. Er ist Bestandteil des aktuellen Koalitionsvertrags.
Ein Planungsbüro gestaltet, moderiert und dokumentiert alle Schritte, inkl. einer Abschlusspräsentation im politischen Gremium. Die Finanzierung der Fußverkehrs-Checks übernimmt das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und unterstützt so die Kommunen im Land dabei, die Bedeutung des Gehens im Alltag stärker zu berücksichtigen – als eigenständige, klimafreundliche und gesundheitsfördernde Form der Mobilität.
Weitere Informationen und einen kleinen Video-Einblick in eine Begehung finden Sie unter: Zukunftsnetz Mobilität NRW
Wie eine Begehung genau abläuft und wozu sie dient, können Sie in dieser ausführlichen Podcast-Folge hören.
Über das Zukunftsnetz Mobilität NRW
Das Zukunftsnetz Mobilität NRW ist für Kommunen in Nordrhein-Westfalen ein zentraler Akteur in der nachhaltigen Mobilitätsentwicklung.
Das Unterstützungsnetzwerk ist Ansprechpartner für Kommunen in NRW in allen Bereichen der Entwicklung nachhaltiger Mobilitätsangebote. Mit Beratungsangeboten, Workshops, Schulungen und konkreten Arbeitsmaterialien hilft das Netzwerk seinen Mitgliedern dabei, Mobilitätskonzepte umzusetzen und die Mobilitätswende voranzutreiben. Aktuell sind 343 Kommunen im Land Mitglied.
Getragen wird das Unterstützungsnetzwerk von den Verkehrsverbünden und Zweckverbänden Nahverkehr Westfalen-Lippe, Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und go.Rheinland. Gefördert wird das Netzwerk vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und der Unfallkasse NRW.
