3 Fragen an: Nathalie Kuhn und André Katzenberger, Projektverantwortliche für das landesweite Buchungs- und Zugangssystem radbox.nrw im Fachbereich Regionale Mobilitätsentwicklung bei go.Rheinland

Das Projekt radbox.nrw wird 2026 mehrere bedeutende Meilensteine erreichen. Könnt Ihr uns einen kurzen Ausblick auf die wichtigsten Entwicklungen geben?

Nathalie: „2026 ist für radbox.nrw ein echtes Schlüsseljahr. Das System entwickelt sich noch stärker zu einem integralen Baustein der vernetzten Mobilität in NRW. Ein wichtiger Meilenstein dabei ist die Durchbuchbarkeit von »Dein Radschloss«, dem Buchungs- und Zugangssystem des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR), über radbox.nrw. Außerdem werden wir in diesem Jahr die 250. Anlage in den Gebieten der Projektpartner go.Rheinland und Nahverkehr Westfalen-Lippe eröffnen und damit mehr als 8.000 gesicherte Abstellplätze anbieten.

André: „Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Eröffnung der ersten Anlagen in der Stadt Aachen, der StädteRegion Aachen und den Großstädten Köln und Bonn. Damit kommen wir unserem Ziel näher, flächendeckend in den Gebieten von go.Rheinland und NWL dieselbe einfache, flexible und sichere Parklösung für Fahrräder und Lastenräder sowie Schließfächer anbieten zu können – egal ob es sich um eine Einzelbox, eine Fahrradgarage oder ein großes Fahrradparkhaus handelt. Und mit dem Ausbau des Systems wächst auch unsere Nutzerschaft weiter: Wir rechnen fest damit, in diesem Jahr den 30.000sten registrierten Nutzenden zu begrüßen.“

Mit der Durchbuchbarkeit von „Dein Radschloss“ und der 250. Anlage in den Gebieten der Projektpartner wächst das Angebot von radbox.nrw spürbar. Welche Vorteile bringt das für die Fahrgäste?

André: „Für die Nutzer*innen bedeuten die Integration von »Dein Radschloss« und der Ausbau des Systems auf über 250 Anlagen vor allem eins: Wir schaffen ein wirklich flächendeckendes Angebot. Praktisch heißt das: mehr Standorte, mehr Stellplätze und überall derselbe digitale Zugang – in der radbox.nrw‑App oder über die Mobilitäts-Apps der Verkehrsunternehmen. 

Nathalie: „Für die Fahrgäste ist das ein echter Gewinn: sicheres und verlässliches Fahrradparken und ein niedrigschwelliger Zugang zum ÖPNV. Der Umstieg fällt leichter, weil der Stellplatz vorab digital gebucht werden und das Fahrrad sicher abgestellt werden kann. Genau diese Vernetzung von Rad und ÖPNV ist ein zentraler Baustein der Verkehrswende.“

Welche Rolle wird das System künftig in der regionalen Mobilitätsstrategie spielen? Und wo seht Ihr das Projekt in den kommenden Jahren?

Nathalie: „radbox.nrw ist bereits gut etabliert – und wir sehen noch viel Potenzial, es zu einem zentralen Baustein der regionalen Mobilitätsstrategie weiterzuentwickeln. Fahrradfahren ist klimafreundlich, gesund – und spielt eine immer wichtigere Rolle als Zubringer zum ÖPNV. Damit das funktioniert, braucht es sichere, digital buchbare und verlässliche Abstellmöglichkeiten an Haltestellen und Mobilstationen. Genau hier setzt radbox.nrw an: Mit unserem einheitlichen, herstellerunabhängigen System machen wir das Fahrrad zu einem festen Bestandteil intermodaler Wegeketten mit dem ÖPNV als Rückgrat. Der starke Nutzungsanstieg zeigt, dass diese Kombination für viele Menschen bereits heute alltagstauglich ist.“

André: „Gleichzeitig sorgt die Digitalisierung für enorme Effekte bei Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Betreiber können die Auslastung besser steuern, Nutzer*innen profitieren von flexiblen Buchungszeiträumen und fairen Preisen, und Kommunen sparen durch den Wegfall paralleler IT‑Lösungen erhebliche Betriebskosten. Dass wir bestehende Anlagen einfach nachrüsten und die Lizenzen kostenfrei bereitstellen können, macht das System auch für kleinere Kommunen attraktiv. Unser Ziel ist klar: radbox.nrw soll eine tragende Rolle in der Verkehrswende spielen. So leisten wir einen direkten Beitrag zum Klimaschutz und zur Reduzierung verkehrsbedingter CO₂‑Emissionen und stärken den Umweltverbund dauerhaft.“