66 angebundene Verkehrsunternehmen, automatisierte Datenmeldungen und ein gemeinsames System für den Aachener Verkehrsverbund (AVV) und den Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS): Mit der neuen AVV-/VRS-Meldeplattform wurde ein wichtiger Schritt in Richtung einer digitalen Einnahmenaufteilung geschafft.
Wie das Projekt entstanden ist, welche Herausforderungen unterwegs gemeistert werden mussten und worauf das Team besonders stolz ist, erzählen Melanie Hecker, Nina Gatz und Maximilian Filipp im gemeinsamen 3-Fragen-Interview.

Mit dem Rheinlandtarif, der zum 01. Juni 2026 den bisherigen VRS- und den bisherigen AVV-Tarif abgelöst hat, sind auch die Anforderungen an die Einnahmenaufteilung gestiegen. Wie unterstützt die neue AVV/VRS-Meldeplattform dabei?
Melanie: Die neue AVV/VRS-Meldeplattform schafft die Grundlage für eine moderne und effiziente Einnahmenaufteilung. Über sie können die Verkehrsunternehmen ihre Daten für den Rheinlandtarif, das Deutschlandticket und eezy.nrw zentral und standardisiert melden. Derzeit sind 66 Verkehrsunternehmen angebunden.
Nina: Ein großer Vorteil ist die weitgehende Automatisierung der Prozesse. Statt bislang rund 100 Excel-Meldungen pro Monat manuell zu verarbeiten, erfolgt die Datenübermittlung nun über eine XML-Schnittstelle. Das verbessert die Datenqualität, reduziert den Aufwand und erleichtert die Zuordnung der Einnahmen erheblich.
Vor welchen Herausforderungen standet Ihr bei der Einführung der Software und wie habt Ihr diese gemeinsam gelöst?
Nina: Die größte Herausforderung war, dass sich die Rahmenbedingungen während des Projekts mehrfach verändert haben. Ursprünglich sollte die Plattform für den VRS-Tarif ausgeschrieben werden. Mit der Einführung des Deutschlandtickets und dem politischen Beschluss zum Rheinlandtarif mussten viele Anforderungen neu gedacht und die Softwarelösung auf den AVV ausgeweitet werden.
Maximilian: Diese Herausforderungen haben wir durch eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten gemeistert. Gemeinsam mit unserem Dienstleister, der Ingenieurgruppe IVV GmbH & Co. KG, wurden die Software programmiert und die Verkehrsunternehmen bei der Anbindung unterstützt. Darüber hinaus haben wir unsere Auswertungssysteme in Qlik weiterentwickelt und ein Handbuch erstellt, um den Verkehrsunternehmen den Einstieg in die neue Meldeplattform zu erleichtern.
Wenn Ihr auf die Einführung der Software zurückblickt: Worauf seid Ihr besonders stolz?
Melanie: Besonders stolz sind wir darauf, dass wir trotz der vielen Veränderungen während des Projekts eine gemeinsame digitale Lösung für AVV und VRS erfolgreich umgesetzt haben. Die Plattform bündelt die Anforderungen von Rheinlandtarif, Deutschlandticket und eezy.nrw in einem zentralen System und ist pünktlich zu Ende Juni live gegangen.
Maximilian: Darüber hinaus zeigt das Projekt, wie viel durch gute Zusammenarbeit erreicht werden kann. Verbünde, Verkehrsunternehmen und technische Partner haben gemeinsam einen wichtigen Schritt in Richtung einer digitaler Einnahmenaufteilung gemacht und damit eine zukunftsfähige Lösung für die kommenden Jahre geschaffen.