Klare Verbesserung der Kapazitätsausfälle

In der Gesamttendenz für die Jahre 2023 bis 2025 lässt sich eine leichte Verbesserung bei der Bereitstellung der vertraglich vereinbarten Kapazitäten feststellen. Die durchschnittlichen Kapazitätsausfälle der Züge sanken von 2,37 % im Jahr 2023 und 3,23 % im Jahr 2024 auf 2,01 % im Jahr 2025. Dies entspricht für 2025 einer Verbesserung um 33 % gegenüber 2024 sowie um 9 % gegenüber 2023.

Hauptgrund für Kapazitätsausfälle im Jahr 2025 waren die eingeschränkte Fahrzeugverfügbarkeit innerhalb einiger Verkehrsverträge (z.B. der NX-Vertrag mit den Linien RE 7 und RB 48 oder das Rhein-Erft-Netz der DB Regio mit den Linien RE 8, RB 27, RB 33) sowie personell oder infrastrukturell bedingte Probleme an den End- oder Unterwegshalten (z.B. bei der RB 26). 

Die Analyse zeigt, dass sich die S-Bahn insbesondere im Jahr 2024 im Raum Köln verschlechtert hat. Grund hierfür war vor allem das vorgenommene Re-Design der Bestandsflotte (Fahrzeuge der Baureihen ET 422 und ET 423). Durch die Arbeiten an den Fahrzeugen kam es immer wieder zu Fahrzeugengpässen im Linienbetrieb. Im Jahr 2025 konnte die Flotte durch Fahrzeuge der Baureihe ET 424 ergänzt werden, was zu einer deutlichen Entspannung der Situation geführt hat. Die Kapazitätsausfälle innerhalb der Produktgruppen Regionalbahn (RB) und Regionalexpress (RE) gingen insgesamt zurück.

Unterschiedliche Entwicklung der verschiedenen Produktgruppen

  • Die drei Produktgruppen Regionalexpress (RE), Regionalbahn (RB) und S-Bahn haben sich im Jahr 2025 gegenüber 2024 alle verbessert. Insgesamt sanken die Kapazitätsausfälle von 2,37 % im Jahr 2023 und 3,23 % im Jahr 2024 auf 2,01 % im Jahr 2025.
  • Bei den RE-Linien zeigte sich ein Rückgang der Kapazitätsausfälle von 2,16 % im Jahr 2023 auf 1,81 % im Jahr 2025 (- 16 %). Im Jahr 2024 lag der Wert mit 2,42 % um 12 % höher als 2023.
  • Ebenfalls zeigte sich ein Rückgang der Kapazitätsausfälle bei den RB-Linien von 3,17 % im Jahr 2023 auf 3,11 % im Jahr 2024 (- 2 %) und 2,27 % im Jahr 2025 (- 15 %).
  • Mit einem Sprung von 1,69 % im Jahr 2023 auf 4,12 % im Jahr 2024, was einer Steigerung von 145 % entspricht, gab es zunächst eine dramatische Zunahme der Kapazitätsausfälle bei der S-Bahn. Im Jahr 2025 sank der Wert auf 1,93 % und lag damit um 15 % höher als 2023.

Hinweis: Die zugrunde liegenden Sollkapazitäten entsprechen den jeweils vertraglich festgelegten Sanktionsgrenzen. Bewertet wurden alle Nichterfüllungen des Sollwerts, Übererfüllungen wurden nicht berücksichtigt. Der Regelbetrieb wurde in vielen Fällen mit höheren Kapazitäten durchgeführt, wodurch die abgebildeten Werte nicht in allen Fällen den seitens des Fahrgastes wahrgenommenen Kapazitätsabweichungen entsprechen. Ausgefallene Züge wurden ebenfalls nicht berücksichtigt. Linien, auf denen einheitliche Fahrzeuggrößen unterwegs und daher Kapazitätsausfälle nicht möglich sind, wurden nicht berücksichtigt.

RE-Linien nach Verschlechterung im Jahr 2024 nun insgesamt verbessert

  • Gutes Niveau beim RE 1 und beim RE 12: Der RE 12 erfüllte im Jahr 2024 100 % der Kapazitätsvorgaben. Auch der RE 6 lag deutlich unter einem Prozent Kapazitätsausfall.
  • Im Jahr 2025 gab es einen Rückgang der Kapazitätsausfälle bei fast allen RE-Linien, mit Ausnahme des RE 8 und des RE 12.
  • Als schwächste RE-Linie präsentierte sich der RE 8. Hintergrund dafür waren vor allem Probleme der Fahrzeugverfügbarkeit sowie Probleme beim Stärken und Schwächen in Koblenz.
  • Ebenfalls schwache Werte, wenn auch im Jahr 2025 verbessert, zeigten sich auf dem RE 7. Hier gab es, vor allem im Jahr 2024, eine eingeschränkte Fahrzeugverfügbarkeit, die auf einen Abarbeitungsstau von defekten Fahrzeugen sowie auf kurzfristige Störungen (Flachstellen und Bremsprobleme) zurückzuführen sind.
  • Spürbare Verbesserungen beim RE 9: Immer seltener werden aus Gründen eingeschränkter Fahrzeugverfügbarkeit Doppelstockzüge mit vier statt fünf Wagen eingesetzt.

RB-Linien gegenüber den Vorjahren verbessert

  • Fast alle Linien konnten im Jahr 2025 einen Rückgang der Kapazitätsausfälle verzeichnen. Ausnahmen waren die Linien RB 26 und RB 33.
  • Bereits im Jahr 2024 kam es zu einer Stabilisierung mit leichter Verbesserung gegenüber 2023.
  • Die mit Abstand schwächste Linie im Gesamtzeitraum war die RB 33, trotz spürbarer Verbesserungen im Jahr 2024. Bei der RB 33 gab es gibt immer wieder Schwierigkeiten in der Umsetzung des Flügelzugkonzepts für den Abschnitt Heinsberg-Lindern.
  • Ein hohes Niveau an Kapazitätsausfällen zeigten sich der RB 26. Grund hierfür waren in erster Linie die Aufstockung der Kapazitätsvorgaben. Seit dem Fahrplanjahr 2021 wurden zwischen Remagen und Köln regelmäßig Dreifach- statt Doppeltraktionen bestellt (drei aneinandergekoppelte Fahrzeuge statt zwei aneinandergekoppelte Fahrzeuge). Aufgrund des Personalmangels gestaltete sich zusätzlich das Stärken und Schwächen der Züge in Remagen schwierig, so dass teilweise einteilige Fahrzeuge im Bereich von go.Rheinland unterwegs waren. Zuletzt konnte jedoch eine spürbare Verbesserung festgestellt werden.
  • Auf der RB 27 konnte ein verbesserter, aber noch immer vergleichsweise schwacher Wert gemessen werden. Grund hierfür waren vor allem Probleme bei der Fahrzeugverfügbarkeit. In den letzten Jahren kam es zu einer Reihe von Unfällen, was zu Engpässen in der Fahrzeugverfügbarkeit geführt hat. Außerdem kam es aufgrund von Verspätungen häufig zu Problemen beim Stärken und Schwächen in Koblenz Hbf, da dort entweder die notwendigen Gleise oder aber die benötigte Umrüstzeit nicht zur Verfügung standen.
  • Konstant gute Werte unter einem Prozent wiesen die RB-Linien des vareo-Netzes (RB 24, RB 25) auf.
  • Die Kapazitätsausfälle auf der RB 48 zeigten ein mittleres Niveau. Hier war aufgrund eines Abarbeitungsstaus von defekten Fahrzeugen sowie aufgrund kurzfristiger Störungen (Flachstellen und Bremsprobleme) die Fahrzeugverfügbarkeit eingeschränkt. 

S-Bahn nach drastischer Zunahme im Jahr 2024 wieder annähernd auf dem Niveau von 2023

  • Deutliche Verschlechterungen wurden von 2023 auf 2024 auf der S-Bahn in Köln (S 6, S 11, S 12, S 19) gemessen. Erklären lassen sich diese Werte mit der Aufnahme eines neu abgeschlossenen Verkehrsvertrages. Da die ersten Neufahrzeuge der S-Bahn Rheinland erst ab 2029 eingeplant werden können, wurde ein umfangreiches Re-Design der Bestandsflotte aus ET 422/423 im laufenden Vertrag nötig. Dies führte 2025 immer wieder zu Fahrzeugengpässen.
  • Eine deutliche Verbesserung auf der S-Bahn in Köln (S 6, S 11, S 12, S 19) konnte dagegen von 2024 auf 2025 gemessen werden.Dies ist in erster Linie auf die Ergänzung der Bestandsflotte durch Fahrzeuge der Baureihe ET 424 von der S-Bahn Hannover zurückzuführen. Dadurch kam es deutlich seltener zu Fahrzeugengpässen.
  • Auf sehr gutem Niveau zeigte sich 2025 die vareo-Linie S 23.

Hier finden Sie die letztjährigen Berichte zur Kapazität zum Downloaden: