Entwicklung Fahrgastzahlen 2025

Nach mehreren Jahren des anhaltenden Fahrgastwachstums konnte im Jahr 2025 erstmals eine Stagnation der Nachfrageentwicklung festgestellt werden. Auf das Gesamtjahr gerechnet wurden rund 146 Millionen Personen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) auf dem Gebiet von go.Rheinland befördert. Das entspricht einem nahezu unveränderten Wert im Vergleich zu 2024.
Nachfrageentwicklung

Bei der Betrachtung der einzelnen Tagesgruppen gestaltete sich die Nachfragentwicklung jedoch unterschiedlich. An Wochentagen wurde immer noch ein leichter Zuwachs von 1,4% erzielt. Insgesamt stieg die Zahl der täglichen Einsteiger montags bis freitags im Jahresdurchschnitt von 367.000 Fahrgästen auf etwa 372.000. Die Wochentage verzeichneten damit zwar ein moderates, kontinuierliches Wachstum, das in der Gesamtbetrachtung aber weiterhin unterhalb des Niveaus vor der Corona-Pandemie in 2019 liegt. Ursache dafür sind veränderte Pendlerströme, die sich insbesondere durch breitere Home-Office Angebote verfestigt haben und nicht mehr mit der Situation vor der Pandemie vergleichbar sind.
An den Wochenenden ist hingegen eine Trendumkehr erkennbar. Erstmals wurde 2025 ein Fahrgastrückgang verzeichnet. An Samstagen und Sonntagen waren etwa 5% weniger Fahrgäste unterwegs als im Vorjahr. Mit diesem Rückgang liegen die Fahrgastzahlen an den Wochenenden fast genau auf dem Niveau von 2019. In den vergangenen Jahren ist der Freizeitverkehr an den Wochenenden überproportional stark angestiegen. Vor allem durch das Deutschlandticket nutzen deutlich mehr Fahrgäste den SPNV für längere Strecken, was auch zu einer starken Zunahme der Personenkilometer führt. Hier ist 2025 jedoch erstmals eine Sättigung erkennbar.
Neben den übergeordneten, gesellschaftlichen Themen gab es im Jahr 2025 auch wieder viele lokale Faktoren, die die Entwicklung der Fahrgastzahlen zumeist negativ beeinflusst haben. Dazu zählen in erster Linie eine erhöhte Anzahl langwieriger und umfangreicher Baustellen auf vielen Relationen. Hiervon waren besonders die Rheinstrecken zwischen Köln und Bonn betroffen. Daneben führte auch weiterhin Personalmangel auf einigen Linien zu Angebotseinschränkungen. Auch eine anhaltende schlechte Betriebsqualität mit hohen Verspätungen und Ausfällen führte teilweise zu einem Fahrgastrückgang.
Entwicklung der einzelnen Produktgruppen

Die Entwicklungen der einzelnen Produktgruppen RE/RB/S weichen im Jahr 2025 nicht sehr stark voneinander ab. Besonders die Regional- und S-Bahnen wiesen kaum Wachstum auf. Beim S-Bahn-Verkehr lag der Zuwachs unter einem Prozent, bei den Regionalbahnen stagnierte die Nachfrage in Summe sogar.
Einzig die Regional-Express-Linien verzeichneten mit etwa 4,5 % noch ein deutliches Fahrgastwachstum gegenüber dem Vorjahr.
RE-Linien: Durchschnittliche, tägliche Anzahl Fahrgäste (Mo-Fr)

Die einzelnen RE-Linien entwickelten sich im Jahr 2025 jedoch teilweise sehr unterschiedlich. Das deutlichste Wachstum lässt sich, wie auch schon in den Vorjahren, bei den Linien erkennen, die eine überregionale Bedeutung haben. Dazu zählten neben den beiden RRX-Linien RE 1 und RE 5 in diesem Jahr der RE 8, der, nach zuvor vielen Baustellenphasen, in 2025 wieder mehrere Monate ohne größere Einschränkungen verkehren konnte.
Dafür gab es in diesem Jahr andere Linien, die von einem hohen Baustellengeschehen geprägt waren und folglich Fahrgäste verloren. Hierzu zählt der RE 12, auf dem sehr wenige Fahrten über das gesamte Jahr durchgeführt wurden, sowie die Strecke zwischen Köln und Dormagen, was wiederum die Linien RE 6 und RE 7 negativ beeinflusste. Die daraus resultierenden Umleitungskonzepte über Leverkusen führten beim RE 6 zu einem Fahrgastrückgang von knapp 9 %.
Auch der RE 4 verlor im Jahr 2025 Fahrgäste, da aufgrund Personalmangels viele Fahrten ausfielen.
Höchstes Wachstum:
RE 8 (20 %)
RE 5 (15 %)
RE 1 (3%)
Höchster Rückgang:
RE 12 (-54 %)
RE 6 (-9 %)
RE 7 (-6 %)
RB-Linien: Durchschnittliche, tägliche Anzahl Fahrgäste (Mo-Fr)

Die Bandbreite der Wachstumsraten ist auch bei den RB-Linien groß. Spitzenreiter waren im Jahr 2025 kleinere Linien im ländlichen Raum. Dazu zählen die RB 34 und die RB 21, sowie die Obergische Bahn RB 25 Richtung Lüdenscheid. Bei der Betrachtung des Gesamtnetzes fielen diese Linien aufgrund der relativ niedrigen, absoluten Zahlen jedoch weniger stark ins Gewicht, als beispielsweise die Mittelrheinbahn MRB 26. Diese Linie hatte in 2025 den höchsten prozentualen Rückgang. Etwa 12 % weniger Fahrgäste nutzten 2025 die MRB. Hauptgründe sind eine Vielzahl von Baustellen und die generelle Überlastung der linken Rheinstrecke, was wiederum auf eine schlechte Betriebsqualität mit sehr hohen Verspätungen zurückzuführen ist. Davon betroffen war 2025 auch die RB 48 mit rund 6 % Fahrgastrückgang. Als Kompensation nutzten die Fahrgäste zwischen Köln und Bonn häufiger die Linie RE 5.
Daneben zeigten 2025 auch die Linien RB 28 und 38 hohe Fahrgastrückgänge auf. Anzumerken ist, dass diese Linien im Vorjahr jedoch die höchsten Wachstumsraten aufwiesen und sich die Zahlen damit ausgleichen.
Höchstes Wachstum:
RB 34 (15 %)
RB 25 (13 %)
RB 21 (12 %)
Höchster Rückgang:
RB 26 (-12 %)
RB 28 (-10 %)
RB 38 (-9 %)
S-Bahn-Linien: Durchschnittliche, tägliche Anzahl Fahrgäste (Mo-Fr)

Auch die Nachfrageentwicklung im S-Bahn-Verkehr gestaltet sich auf den einzelnen Linien sehr unterschiedlich. Auffallend ist, dass die stärksten Linien aus dem Vorjahr in diesem Jahr deutlich schlechter nachgefragt waren.
Beispielsweise war die Nachfrage auf den überwiegend parallel verkehrenden Linien S 12 und S 19 mit etwa 93.000 Fahrgästen pro Tag in Summe nahezu identisch. Lediglich die Verteilung hat sich geändert. 12 % mehr Fahrgäste nutzten die S 12, wohingegen 5 % weniger auf der S 19 unterwegs waren. In 2024 war es noch umgekehrt.
Ein deutlicher Fahrgastrückgang wurde auch auf der Strecke der S 23 verzeichnet. Als Ursache hierfür können in erster Linie die Baumaßnahmen für die Elektrifizierung der Voreifelbahn genannt werden.
Die Nachfrageentwicklung auf der Linie S 6 war 2025 nahezu unverändert. Auch bei der S 11 gab es einen sehr geringen Zuwachs.
In Summe lag das Wachstum im Jahr 2025 über das gesamte S-Bahnnetz daher bei weniger als 1 %.
Höchstes Wachstum:
S 12 (12 %)
S 11 (1 %)
Höchster Rückgang:
S 23 (-9 %)
S 19 (-5 %)