Zur Verbesserung der Qualität und Verfügbarkeit des SPNV-Angebots wird das Streckennetz kontinuierlich modernisiert, ausgebaut und instandgehalten. Das Baugeschehen im Rheinland ist entsprechend intensiv und wirkt sich unmittelbar auf den SPNV im Gebiet von go.Rheinland aus – häufig spürbar für die Fahrgäste. Erstmals wird ein systematischer Rückblick auf die für die Fahrgäste relevanten Baumaßnahmen gegeben. 

Im Rahmen dieser Auswertung wird eine Baumaßnahme als baubedingter Zustand definiert, bei dem in einem festgelegten Zeitraum Linien auf einem Streckenabschnitt Einschränkungen des Fahrplans (z.B. Schienenersatzverkehr, Umleitungen, Teilausfälle o.Ä.) unterliegen. Ändert sich innerhalb dieses Zeitraums ein relevanter Parameter – beispielsweise betroffene Linien, Streckenabschnitt oder Art der Einschränkung – wird dies als eigenständige Baumaßnahme gewertet. Eine Ausnahme bilden regelmäßig wiederkehrende Bauzustände innerhalb einer Woche (z. B. identische Wochenendsperrungen über mehrere Wochen), die als eine zusammenhängende Maßnahme betrachtet werden.

Für die Jahre 2023 bis 2025 wurden auf Basis dieser Definition sowohl die Anzahl der Baumaßnahmen als auch deren Dauer ermittelt. Daraus wurde die durchschnittliche Dauer je Maßnahme berechnet.

Hinweis: Die Summe der Baustellentage kann den Wert von 365 Tagen überschreiten, da parallel stattfindende Maßnahmen unabhängig voneinander addiert werden. Die Kennzahl beschreibt somit den Gesamtumfang des Baugeschehens und nicht die Anzahl kalendarischer Tage mit Bautätigkeit.

Im Jahr 2023 war der SPNV im Betrachtungszeitraum am stärksten von Baumaßnahmen betroffen. Insgesamt wurden 134 Maßnahmen mit einer kumulierten Dauer von rund 2.000 Tagen (1.997,3 Tage) umgesetzt. Die durchschnittliche Dauer einer Baumaßnahme lag bei 14,9 Tagen. Maßgeblich hierfür waren insbesondere Langzeitbaustellen infolge der Flutkatastrophe sowie Hochwasserereignisse der Vorjahre. Zusätzlich wirkten sich längerfristige Einschränkungen aus, beispielsweise die Teilsperrung der RB 25 zwischen Overath und Lüdenscheid sowie nächtliche Sperrungen auf der linken Rheinstrecke zwischen Köln und Bonn.

Im Jahr 2024 sind insgesamt 155 Baumaßnahmen realisiert worden; die kumulierte Dauer betrug 1.631,6 Tage. Im Vergleich zum Vorjahr reduzierte sich die durchschnittliche Dauer pro Maßnahme um ca. 30% auf 10,5 Tage. Der Rückgang ist mit dem Abschluss der flutbedingten Langzeitbaumaßnahmen im Vorjahr zu begründen, die in Relation zu den geplanten Baumaßnahmen deutlich zeitintensiver waren. Aus 2024 sind die umfangreichen Maßnahmen auf der RB 25, der rechten Rheinstrecke und in der Eifel hervorzuheben.

2025 lag die Anzahl der umgesetzten Baumaßnahmen mit 137 auf einem ähnlichen Niveau wie 2023. Mit insgesamt 1.355,8 Baustellentagen ist jedoch der geringste Umfang im Betrachtungszeitraum festzustellen. Die durchschnittliche Dauer je Maßnahme sank leicht auf 9,8 Tage. Hervorzuheben sind insbesondere die Elektrifizierungsmaßnahmen in der Eifel von Januar bis Mitte Juni.

In 2026 und den folgenden Jahren wird das Baugeschehen im Gebiet von go.Rheinland weiterhin sehr aktiv bleiben. Im Jahr 2026 werden u.a. zwei Korridorsanierungen durchgeführt, beginnend in der ersten Jahreshälfte zwischen Hagen und Köln, gefolgt von der rechten Rheinstrecke ab dem 10. Juli. Im Jahr 2027 stehen mehrmonatige Baumaßnahmen auf der Siegstrecke, im Aachener Raum und in der Eifel an. Weitere Informationen zu anstehenden Baumaßnahmen, können hier abgerufen werden.

Unterjährige Verteilung der Bauauswirkungen

Die unterjährige Verteilung der Bauauswirkungen wird in der folgenden Abbildung dargestellt. Grundlage ist das jeweilige Fahrplanjahr (jeweiliger Beginn mit dem zweiten Sonntag im Dezember). Aufgrund dieses Zuschnitts sind die Werte im Dezember systematisch niedriger.

Das Fahrplanjahr 2023 beginnt mit einem Spitzenwert, der maßgeblich durch die Nachwirkungen der Flutereignisse aus 2021 geprägt ist. Im weiteren Verlauf bewegt sich das Bauvolumen überwiegend zwischen 100 und 200 Baustellentagen pro Monat. Besonders hervorzuheben ist der Juli als zweithöchster Wert des Jahres. Weitere Spitzen treten im März/April sowie im Oktober auf. Gegen Jahresende nimmt das Baugeschehen deutlich ab.

Im Jahr 2024 startet das Fahrplanjahr mit geringeren Vorbelastungen, zeigt im Jahresverlauf jedoch eine ähnliche Struktur wie 2023. Nach moderaten Werten zu Jahresbeginn wird im März der Höchstwert erreicht. Anschließend folgt ein Rückgang bis Mai sowie erneute Spitzen im Juli und September. Im November ist weiterhin ein durchschnittlich hohes Bauvolumen erkennbar.

Der Verlauf im Fahrplanjahr 2025 unterscheidet sich deutlich von den Vorjahren und zeigt phasenweise gegenläufige Entwicklungen. Nach einem Anstieg zu Jahresbeginn folgt im März ein deutlicher Rückgang. Anschließend steigt das Bauaufkommen wieder an und erreicht im Mai den Jahreshöchststand. Weitere erhöhte Werte sind im August und November zu beobachten.

Ergänzend zu den dargestellten Baumaßnahmen finden regelmäßig nächtliche Instandhaltungsarbeiten statt, die für einen langfristig stabilen und zuverlässigen Netzbetrieb erforderlich sind. Diese sogenannten Instandhaltungscontainer sind nicht Bestandteil der vorliegenden Auswertung.